Sangdong darf seit September 2026 Wolframkonzentrat kommerziell herstellen; für mehr als 90 Prozent der geplanten Produktion der ersten Phase bestehen langfristige Abnahmevereinbarungen. Wie viel wirtschaftliche Leistung trägt die Bewertung bereits, während die Wolframpreise in China nachgeben? Dazu befragt die Trading-Treff Redaktion Andreas Sommer.

Almonty (CA0203987072) — Schlusskurse 20.04.2026 bis 16.10.2026, Angaben in EUR. Stand: 16.10.2026.
Trading-Treff Redaktion: Sinkende Wolframpreise in China gelten derzeit als Belastung für die Branche. Ist das für Almonty das größte Risiko in den nächsten Quartalen?
Andreas Sommer: Für die Bewertung ist es das schärfste Risiko. Sangdong muss erst zeigen, was die Anlage bei laufendem Betrieb verdient; schwächere Preise können diese Rechnung verändern, bevor sie überhaupt belastbar vorliegt. Lewis Black erwartet eine Annäherung der Preise in China und im Westen. Das mag kommen. Eine Annäherung allein sagt mir allerdings noch nicht, auf welchem Preisniveau Almonty sein Konzentrat verkauft.
Trading-Treff Redaktion: Was ist bei Sangdong heute belegte Substanz, und was bezahlt die Börse bereits im Voraus?
Andreas Sommer: Die Betriebserlaubnis und das produzierte Konzentrat sind belegte Fortschritte. Auch der langfristig gebundene Absatz für mehr als 90 Prozent der geplanten ersten Produktionsphase hat Wert.
Am 16. Oktober steht dem eine Marktkapitalisierung von etwa 2,75 Milliarden Euro gegenüber. Dafür reicht eine genehmigte Anlage nicht; die Bewertung setzt verlässliche Auslieferungen und verbuchte Umsätze voraus. Über die nächsten zwei bis vier Quartale halte ich diesen Vorschuss für anspruchsvoll.
Trading-Treff Redaktion: Sie sagen: „Die Bewertung setzt verlässliche Auslieferungen und verbuchte Umsätze voraus.“ Sangdong hat die letzten Betriebszertifikate erhalten und bereits Wolfram produziert. Verlangen Sie für Ihr Urteil immer noch einen Schritt mehr?
Andreas Sommer: Ja. Die Zertifikate erlauben den kommerziellen Betrieb; sie belegen noch keinen stetigen Hochlauf. Meine Messgröße ist der verbuchte Sangdong-Umsatz je Quartal. Wenn daraus trotz des schwächeren Preisumfelds verlässlich Erträge werden, kippt mein Bewertungszweifel. Bis dahin wäre es voreilig, die geplante Produktion wie eine laufende zu behandeln.
Trading-Treff Redaktion: Die erweiterten US-Herkunftsregeln könnten Almonty zusätzliche Nachfrage bringen. Wie passt Ihre Sorge über die schwachen Preise in China dazu?
Andreas Sommer: Da werden zwei Dinge vermengt. Wer künftig liefern darf, sagt noch nichts darüber, welchen Preis ein Käufer heute zahlt. Die Regeln können Almonty helfen. Schwache Nachfrage in China bleibt trotzdem ein Problem.
Trading-Treff Redaktion: Was müsste der Investorentag am 19. Oktober liefern, damit Sie Ihren Vorschuss-Vorbehalt abschwächen?
Andreas Sommer: Ich will sehen, ob aus dem Hochlauf ein verlässlicher Betriebsrhythmus wird: mehr Durchsatz und nachvollziehbare Termine für Lieferungen. Ende September lief die Anlage nach Unternehmensangaben noch 13 Stunden täglich.
DA Davidson erwartet erste Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus Sangdong erst im vierten Quartal 2026. Eine weitere Ankündigung zur geplanten Kapazität wiegt für mich weniger als ein überprüfbarer Weg zur ersten Rechnung.
Trading-Treff Redaktion: Sie nennen 2,75 Milliarden Euro Marktkapitalisierung. Trägt Sangdong diese Bewertung in den nächsten zwei bis vier Quartalen?
Andreas Sommer: Nach dem bisher Belegten bin ich skeptisch. Almonty hat mit Sangdong und den Abnahmeverträgen echte Substanz geschaffen; die Bewertung verlangt nun einen verlässlichen Hochlauf samt Umsätzen. Ob die Rechnung aufgeht, entscheidet sich an den nächsten Lieferungen und Quartalszahlen, nicht am strategischen Wert von Wolfram allein.
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