Almonty Industries steuert auf einen Wendepunkt zu. Der Wolfram-Produzent verlässt gleich zwei Börsenplätze innerhalb weniger Wochen. Für Anleger in Toronto bleibt nur noch eine letzte Handelswoche.
Die Aktie schließt am 31. Juli 2026 ihren Handel an der Toronto Stock Exchange. Der Rückzug von der australischen ASX folgt kurz danach, mit endgültigem Delisting zum 1. September 2026. Danach konzentriert sich der Handel auf die Nasdaq unter dem Kürzel ALM und die Frankfurter Börse unter ALI1.
Warum Almonty die Doppel-Notierungen aufgibt
Das Unternehmen begründet den Schritt mit der Handelsverteilung. Der Großteil des Aktienvolumens läuft mittlerweile über die Nasdaq. Die Nebenbörsen in Toronto und Sydney kosten Verwaltungsaufwand, bringen aber kaum noch Liquidität.
Anleger in Kanada und Australien müssen deswegen nicht zwangsläufig verkaufen. Almonty verweist darauf, dass Bestände über internationale Broker-Konten weiter verwaltbar bleiben.
Kurs rutscht unter wichtige Marke
Die Delisting-Nachricht traf die Aktie hart. Am Freitag brach der Kurs um 5,52 Prozent auf 18,81 kanadische Dollar ein. Damit fiel Almonty erstmals seit Längerem unter den 200-Tage-Durchschnitt von 19,15 CAD — eine Marke, die charttechnisch orientierte Anleger als Signal für die langfristige Stimmung werten.
Auf Monatssicht steht ein Rückgang von fast 20 Prozent zu Buche. Die Jahresperformance bleibt mit knapp 56 Prozent dennoch deutlich positiv. Der Kursverfall folgt auf einen kräftigen Anstieg bis Mitte April, als die Aktie ihr Jahreshoch markierte — seither hat sich viel Luft aus dem Kurs gelöst.
Sangdong nimmt Fahrt auf
Während die Börsenstruktur umgebaut wird, läuft das operative Geschäft in eine neue Phase. Die Sangdong-Mine in Südkorea startete am 1. Juli 2026 offiziell die Verarbeitung. Aus einem Entwicklungsprojekt wird damit ein aktiver Produzent von verkaufsfähigem Wolfram-Konzentrat.
Kurz zuvor hatte Almonty seinen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders deutlich ausgebaut. Die Laufzeit wächst von 15 auf 21 Jahre, das Gesamtvolumen steigt um 40 Prozent. Der Vertrag deckt rund 90 Prozent der Phase-1-Produktion in Sangdong ab und sichert damit Einnahmen bis in die späten 2040er-Jahre.
Was die kommende Woche entscheidet
Die letzte Handelswoche an der TSX dürfte von zwei Faktoren geprägt sein: dem Delisting-Termin am 31. Juli und der Frage, ob sich der Kurs vom jüngsten Rücksetzer erholt. Mit einem RSI von 38,8 nähert sich die Aktie einer Zone, die einige Marktbeobachter als überverkauft einstufen. Die annualisierte Volatilität von gut 81 Prozent zeigt, wie nervös der Markt die Aktie derzeit handelt.
Operativ hat Almonty mit dem Produktionsstart in Sangdong und dem erweiterten GTP-Vertrag zwei zentrale Bausteine gesetzt. Ob der Markt diese Fortschritte stärker gewichtet als die kurzfristige Unsicherheit rund um die Börsenstruktur, zeigt sich in den Handelstagen bis zum Toronto-Aus.
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