Almonty Industries zieht sich von der Toronto Stock Exchange zurück. Der Wolframproduzent konzentriert seinen Aktienhandel damit auf Nasdaq. Anleger müssen sich auf spürbar mehr Kursschwankungen einstellen.
Toronto ist Geschichte
Die Aktien von Almonty Industries handelten letztmals am 31. Juli 2026 an der TSX. Das Unternehmen hatte den freiwilligen Rückzug bereits am 20. Juli angekündigt. Der Handel läuft künftig ausschließlich unter dem Kürzel ALM am Nasdaq Capital Market weiter.
Almonty begründet den Schritt mit der Handelsrealität: Der Großteil des täglichen Volumens fand längst an der Nasdaq statt. Die Kosten für die Doppelnotierung in Toronto standen dazu in keinem Verhältnis mehr. Nach dem Rückzug aus relevanten Indizes verteilte sich das Gewicht der Aktie anteilig auf die verbleibenden Indexmitglieder.
Heftige Ausschläge zum Abschied
Die letzte Handelssitzung in Toronto verlief turbulent. Die Aktie eröffnete bei 17,12 kanadischen Dollar und schloss bei 15,51 Dollar – ein Minus von 4,96 Prozent. Die Handelsspanne reichte von 15,45 bis 17,14 Dollar.
Auffällig war vor allem das Volumen: 13,78 Millionen gehandelte Aktien standen einem Durchschnitt von rund 933.730 Stück gegenüber. Über die vergangenen 52 Wochen schwankte der Kurs in Toronto zwischen 5,35 und 33,35 kanadischen Dollar.
Auch an der Nasdaq bleibt es unruhig. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 13,12 US-Dollar, was einer Marktkapitalisierung von etwa 3,72 Milliarden Dollar entspricht. Am 4. August bewegte sich der Kurs zwischen 12,85 und 13,25 Dollar – nahe dem Tagestief. Das 52-Wochen-Band reicht an der Nasdaq von 3,88 bis 24,41 Dollar.
Australien folgt im September
Toronto war nur die erste Station. Die australische Börsenaufsicht hat Almonty bereits die Genehmigung für einen freiwilligen Rückzug erteilt. Der Handel mit den CDI-Anteilen endet am 28. August 2026, das offizielle Delisting greift zum 1. September.
Danach bleiben nur noch zwei Handelsplätze übrig: Nasdaq und die Frankfurter Börse. Almonty bündelt seinen frei handelbaren Aktienbestand damit auf ein deutlich schmaleres Fundament.
Zahlen vor dem nächsten Kapitel
Parallel zum Listing-Umbau rückt der nächste Quartalsbericht näher. Laut TipRanks-Daten legt Almonty am 17. August 2026 Zahlen vor. Die Vorlage aus dem ersten Quartal setzt dabei die Erwartungslatte hoch.
Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 um 221 Prozent auf 25,4 Millionen US-Dollar. Treiber waren Rekordpreise für Wolfram. Das bereinigte EBITDA drehte auf 6,1 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 2,4 Millionen im Vorjahresquartal.
Die Bilanz zeigt zusätzlichen Spielraum. Zum 31. März 2026 hielt Almonty liquide Mittel von 259,9 Millionen Dollar bei einem Working Capital von 169,5 Millionen Dollar. Diese Reserven sollen Wachstumsprojekte finanzieren.
Der Rückzug aus Toronto und der bevorstehende Abgang von der ASX verschieben das Gewicht der Aktie endgültig auf Nasdaq und Frankfurt. Almonty befindet sich zugleich im Übergang: Mit dem Ramp-up der Sangdong-Mine wird der Wolframproduzent zunehmend zum reinen Produktionsunternehmen. Der Quartalsbericht am 17. August dürfte zeigen, ob sich das operative Momentum aus dem ersten Quartal fortsetzt.
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