Almonty Industries ordnet seine Börsennotierungen neu. Der Wolframproduzent zieht sich von der Toronto Stock Exchange und der australischen ASX zurück und konzentriert sein Listing künftig auf Nasdaq und Frankfurt. Die Ankündigung sorgte am Kapitalmarkt für Nervosität.
Rückzug von zwei Handelsplätzen
Der TSX-Rückzug wird am 31. Juli 2026 wirksam, wie Almonty in einer bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Mitteilung bekanntgab. Der Handel mit den australischen CDIs (CHESS Depositary Interests) endet am 28. August, die vollständige Delistung von der ASX folgt zum 1. September 2026. Die CDIs machen laut Unternehmensangaben lediglich 0,80 Prozent der ausstehenden Aktien aus, das durchschnittliche Tagesvolumen liegt bei rund 30.058 Stück – gegenüber mehr als 6,4 Millionen gehandelten Aktien täglich auf Nasdaq und TSX zusammen. Die geringe Liquidität an den beiden kleineren Handelsplätzen dürfte damit den Ausschlag für den Schritt gegeben haben.
Betroffene CDI-Inhaber haben laut der Mitteilung mehrere Optionen: Sie können ihre Papiere vor dem 28. August an der ASX verkaufen, sie in Nasdaq-Aktien umwandeln oder die angebotenen Verkaufsfazilitäten nutzen. Eine freiwillige Verkaufsfazilität läuft vom 8. September bis 6. November, anschließend greift bis zum 9. Dezember eine verpflichtende Abwicklung für verbleibende Bestände. Die Hauptnotierungen an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM sowie in Frankfurt bleiben von den Maßnahmen unberührt. Zusätzlich gab Almonty die Ausgabe von 62.518 Stammaktien im Rahmen einer sogenannten Cleansing Notice nach australischem Gesellschaftsrecht bekannt.
Kursreaktion und Zahlen zum ersten Quartal
Die Nachricht belastete den Kurs. Zum Wochenschluss ging die Aktie mit 19,91 kanadischen Dollar aus dem Handel, ein Minus von 1,04 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen 30 Handelstage hat das Papier deutlich an Wert verloren, nachdem es zuvor über Monate kräftig gestiegen war. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beziffert sich auf umgerechnet rund 3,56 Milliarden Euro.
Parallel zur Delisting-Debatte rückten auch die jüngsten Geschäftszahlen in den Fokus. Im ersten Quartal 2026 verbuchte Almonty einen Nettoverlust von 5,3 Millionen US-Dollar – deutlich weniger als der Verlust von 34,6 Millionen US-Dollar, den das Unternehmen im entsprechenden Vorjahresquartal 2025 ausgewiesen hatte. Die Verbesserung fällt in eine Phase, in der Almonty sein operatives Geschäft rund um die Wolframproduktion weiter ausbaut.
Tungsten-Geschäft im Hintergrund
Almonty betreibt die Sangdong-Wolframmine in Südkorea und verfügt zudem über Projekte in Portugal, den USA und Spanien. Die Neuordnung der Börsenstruktur ändert an diesem operativen Kern nichts – sie betrifft ausschließlich die Handelsplätze, nicht das Geschäftsmodell. Analysten sehen im Konsens weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial für die Aktie, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 27,80 kanadischen Dollar.
Für Anleger, die ihre Bestände über die ASX oder CDIs halten, wird in den kommenden Wochen Handlungsbedarf entstehen. Wer an der Nasdaq oder in Frankfurt investiert ist, bleibt von den organisatorischen Schritten unberührt. Die Volatilität der vergangenen Handelstage dürfte jedoch anhalten, solange sich der Markt mit den Details der Umstellung auseinandersetzt.
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