Ein Investor erhöht seine Position um mehr als 13.000 Prozent. Gleichzeitig zieht sich Almonty Industries von zwei Börsenplätzen zurück. Was nach Rückzug aussieht, ist in Wahrheit eine Konzentration auf Wachstum.
Die Aktie des Wolfram-Produzenten legte zuletzt an der Nasdaq um rund 8,4 Prozent auf 16,35 US-Dollar zu. An der australischen Börse ASX sprang der Kurs sogar um 13,58 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von etwa 85,7 Prozent zu Buche.
Große Fonds bauen Positionen massiv aus
Van Eck Associates Corporation hat seine Beteiligung an Almonty um 13.294,7 Prozent erhöht. Der Fonds hält nun 11.239.482 Aktien, das entspricht einem Wert von rund 99 Millionen US-Dollar. Eine Position dieser Größenordnung signalisiert deutliches Vertrauen in die operative Entwicklung des Unternehmens.
Auch andere Investoren griffen zu. Cooper Creek Partners Management stockte seine Position um 110,4 Prozent auf 4.781.415 Aktien auf. Encompass Capital Advisors und Next Century Growth Investors sind komplett neu eingestiegen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Almontys Vorzeigeprojekt, die Sangdong-Mine in Südkorea, hat im Juli 2026 die Verarbeitung aufgenommen. Aus einem Entwicklungsunternehmen wird ein aktiver Produzent.
Zwei Börsenplätze, ein klarer Schnitt
Almonty räumt derzeit seine Börsennotierungen auf. Von der Toronto Stock Exchange zog sich das Unternehmen zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 freiwillig zurück.
Als Nächstes folgt die ASX. Die formale Genehmigung für das Delisting liegt bereits vor. Der Zeitplan sieht so aus:
- 28. August 2026: Die CHESS Depositary Interests werden ausgesetzt, der Handel endet.
- 1. September 2026: Das offizielle Delisting von der ASX wird vollzogen.
Nach diesem Schritt bleiben zwei Handelsplätze übrig: die Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ und die Frankfurter Börse unter „ALI1“. Das Management erwartet dadurch eine einfachere Unternehmensstruktur. Der Hintergrund: Almonty will die Produktion ausbauen, um die wachsende westliche Nachfrage nach Wolframkonzentrat außerhalb chinesischer Lieferketten zu bedienen.
Bewertung wirft Fragen auf
Nicht alle Marktbeobachter sind von der aktuellen Kursentwicklung überzeugt. Der Analysedienst GuruFocus verwies zuletzt darauf, dass der aktuelle Kurs von 16,35 US-Dollar deutlich über dem historischen GF-Value-Schätzwert von 2,28 US-Dollar liegt. Nach klassischen Bewertungskennzahlen erscheint die Aktie damit überteuert, trotz der operativen Fortschritte.
Die Handelsspanne der vergangenen 52 Wochen reicht von 3,97 bis 24,41 US-Dollar. Diese Bandbreite zeigt, wie stark die Aktie zwischen Entwicklungsphase und Produktionsstart geschwankt hat.
Finanziell steht Almonty solide da. Im Juni 2026 schloss das Unternehmen eine Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar ab. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Almonty über eine Kassenposition von 1,2 Milliarden kanadischen Dollar.
Dieses Kapital soll die Phase II des Sangdong-Projekts finanzieren. Parallel dazu treibt Almonty das Gentung-Projekt in Montana voran. Beide Vorhaben laufen gleichzeitig – ein Zeichen dafür, dass sich das Unternehmen von der reinen Entwicklungsgesellschaft zum cashflow-positiven Produzenten im Bereich kritischer Rohstoffe wandelt.
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