Almonty Industries ist von der australischen Börse verschwunden. Die CHESS Depositary Interests des Tungsten-Förderers wurden dort Ende August zum Handelsschluss ausgesetzt, die formale Streichung aus dem offiziellen Kurszettel folgte wenig später. Für Anleger bedeutet das keinen Bruch: Der Handel an der Nasdaq und in Frankfurt läuft unverändert weiter, dort bleibt die Aktie liquide handelbar.
Ein kleiner Markt verabschiedet sich
Die ASX-Notierung spielte für den Handel zuletzt ohnehin nur eine Nebenrolle. Almonty konzentriert seine Kapitalmarktpräsenz künftig auf die beiden verbliebenen Handelsplätze, was administrative Kosten spart und die Aufmerksamkeit von Investoren bündelt.
Für ein Unternehmen, das sich in den vergangenen Monaten von einem Explorationswert zu einem operativen Tungsten-Produzenten gewandelt hat, ist eine schlankere Börsenstruktur ein naheliegender Schritt.
Der Rückzug fällt in eine Phase, in der Almonty ohnehin verstärkt im Blick internationaler Investoren steht. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen zwölf Monaten mehr als vervierfacht und seit Jahresbeginn um 90 Prozent zugelegt – eine Entwicklung, die auch mit dem Anlauf der Sangdong-Mine in Südkorea und dem daraus resultierenden operativen Fortschritt zusammenhängt.
Angespannter Tungsten-Markt als Hintergrund
Branchenbeobachtungen zum Tungsten-Sektor verweisen zuletzt auf ein spürbar angespannteres Marktumfeld außerhalb Chinas. Vor diesem Hintergrund gewinnt Almontys Rolle als eine der wenigen relevanten Förderquellen jenseits chinesischer Produktion an Bedeutung.
Sangdong gilt als eines der größten Tungsten-Vorkommen außerhalb Chinas, und der bereits vor einigen Wochen auf 21 Jahre verlängerte Abnahmevertrag mit GTP unterstreicht, wie sehr Abnehmer auf eine stabile, langfristige Versorgung aus diesem Projekt setzen.
Diese strukturelle Verknappung außerhalb Chinas dürfte auch erklären, warum Analysten dem Titel zuletzt positiv gegenüberstanden – die vor gut einer Woche erfolgte Coverage-Aufnahme mit Kaufempfehlung fiel in genau dieses Marktumfeld.
Kursbild bleibt volatil
Trotz der grundsätzlich positiven Entwicklung zeigt sich die Aktie kurzfristig nervös: Der Schlusskurs vom Montag lag bei 15,07 Euro, nach einem Rückgang von 0,6 Prozent binnen Tagesfrist.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 81 Prozent unterstreicht, wie stark der Titel weiterhin schwankt – ein typisches Muster für einen Rohstoffwert im Übergang von der Bau- zur Produktionsphase, dessen Kurs zugleich stark von Analystenmeinungen und Marktstimmung getrieben wird.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Operativ macht Almonty mit dem Sangdong-Anlauf und dem ausgebauten Abnahmevertrag Fortschritte, während die Börsenstruktur mit dem ASX-Rückzug einfacher wird. Der eigentliche Werttreiber bleibt jedoch die Frage, ob das Unternehmen die Produktion in Südkorea planmäßig hochfahren kann – daran wird sich in den kommenden Quartalen entscheiden, ob die stark gestiegene Bewertung fundamental getragen wird.
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