Almonty profitiert gleich von mehreren Rückenwinden: Die Sangdong-Mine fährt die Produktion hoch, Analysten setzen ihre Bewertungsmodelle neu an – und Chinas Exportpolitik verschärft den weltweiten Wolfram-Engpass. Das Ergebnis: neue Jahreshochs an mehreren Börsenplätzen und eine Rally, die viele Anleger wieder auf das Papier schauen lässt. Wie viel davon ist operativ schon „verdient“ – und wie viel steckt bereits im Kurs?
Sangdong-Rampenstart als Kurstreiber
Der Titel markierte in dieser Woche ein neues 52‑Wochen-Hoch von 17,31 US‑Dollar. Zum Wochenschluss lag die Aktie bei 18,39 US‑Dollar, rund 24,8% höher als eine Woche zuvor. Auf Monatssicht summiert sich das Plus auf etwa 44%, in drei Monaten auf rund 150%. Die Marktkapitalisierung lag zuletzt bei gut 4,1 Mrd. US‑Dollar.
Fundamental wichtig: Im Dezember 2025 startete die Sangdong-Wolfram-Mine den aktiven Abbau. Die erste Erzlieferung ist bereits erfolgt, nun läuft das Hochfahren der Produktion systematisch an. Sangdong gilt als eines der größten Wolfram-Vorkommen weltweit. Almonty verfolgt zudem das Ziel, eine integrierte, „westlich“ ausgerichtete Wolfram-Plattform aufzubauen, die mindestens 40% des Wolframs außerhalb Chinas bedienen soll.
Analysten drehen an den Stellschrauben
Besonders auffällig fiel die Neubewertung durch Couloir Capital aus. Das Haus erhöhte seine langfristige APT-Preisannahme auf 800 US‑Dollar je MTU (von 450 US‑Dollar) und hob den Fair-Value-Schätzwert auf 19,30 CAD (zuvor 7,69 CAD) an. Begründet wurde das mit Wolframpreisen von über 1.000 US‑Dollar je MTU sowie dem Produktionshochlauf in Sangdong.
Weitere Anpassungen kamen im Februar: DA Davidson erhöhte das Kursziel von 12 auf 18 US‑Dollar, B. Riley Financial zog auf 17 US‑Dollar nach. Als Marktkonsens wird eine Einstufung „Moderate Buy“ genannt.
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Auch auf Investorenseite gab es Bewegung: Die Zahl der Fonds mit Positionen stieg im vergangenen Quartal um über 55% auf 107. Van Eck Associates baute seine Beteiligung um 13.294,7% auf 11,24 Mio. Aktien aus (Wert rund 99 Mio. US‑Dollar). Encompass Capital Advisors investierte laut Bericht etwa 25,6 Mio. US‑Dollar, Next Century Growth Investors rund 16,3 Mio. US‑Dollar.
Angebotsdruck durch China – und neue Regeln in den USA
Der Wolframmarkt steht unter spürbarem Angebotsdruck. China kontrolliert laut Bericht geschätzt 75–80% des weltweiten Angebots und hat zuletzt die Exportrestriktionen deutlich verschärft. BMO Capital Markets berichtete, bestimmte chinesische Wolfram-Exporte seien Ende 2025 zeitweise vollständig zum Erliegen gekommen.
In diesem Umfeld stieg der Wolframpreis 2025 um mehr als 160%; auch in den ersten Wochen 2026 ging es weiter aufwärts. Zusätzlich rückt eine US-Regel näher: Ein Verbot des US-Verteidigungsministeriums für Wolfram aus China, Russland oder Nordkorea soll am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Das erhöht den Druck auf westliche Abnehmer, ihre Bezugsquellen zu diversifizieren.
CEO Lewis Black sprach diese Woche von einer „realen, legitimen Angebotsknappheit“. Er betonte zudem, die Preisbildung verhalte sich erstmals seit Jahrzehnten unabhängiger von historischen Kontrollmechanismen; Kunden akzeptierten derzeit die höheren Kosten.
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Projekte und Finanzierung: mehr als nur Sangdong
Couloir Capital nennt neben Sangdong weitere mögliche Treiber: eine geplante Kapazitätserweiterung der Panasqueira-Mine in Portugal, Ressourcendefinitionsarbeiten am Sangdong-Molybdänprojekt sowie Fortschritte beim Gentung Browns Lake-Projekt in den USA, das im zweiten Halbjahr 2026 bereit sein könnte.
Für Sangdong ist außerdem eine Phase‑II‑Erweiterung bis 2027 geplant, die die jährliche Kapazität auf bis zu 1,2 Mio. Tonnen erhöhen soll. Finanziert wurden die Pläne unter anderem über zwei Kapitalmaßnahmen in den USA: Im Juli 2025 flossen brutto etwa 90 Mio. US‑Dollar, im Dezember 2025 weitere 129,4 Mio. US‑Dollar. Zusammen entspricht das rund 219,4 Mio. US‑Dollar.
Bewertung: Wachstum eingepreist, Spielraum bleibt
Ein DCF-Modell von Simply Wall St beziffert den Fair Value auf 27,81 CAD je Aktie, verglichen mit einem jüngsten Schlusskurs von 22,87 CAD – rechnerisch ein Abschlag auf diese Schätzung. Das Modell unterstellt ein Umsatzwachstum von 42,2% pro Jahr und ein Gewinnwachstum von 49,75% pro Jahr; innerhalb von drei Jahren wird der Sprung von Verlusten in die Profitabilität erwartet.
Gleichzeitig wirkt die Bewertung ambitioniert: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei 37,2 und damit deutlich über dem kanadischen Branchenmittel von 3,8 – auch wenn es unter einem Peer-Durchschnitt von 41,4 liegt. Damit steigt das Risiko, dass die Bewertung empfindlich reagiert, falls Erwartungen nachlassen.
Der nächste harte Prüfstein folgt bald: Am 19. März legt Almonty Quartalszahlen vor. Der Markt dürfte dort erstmals konkret sehen, wie stark hohe Wolframpreise und der laufende Produktionshochlauf bereits in den Finanzkennzahlen ankommen.
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