Am 17. März 2026 fand am Sangdong-Wolframbergwerk in Südkorea eine Zeremonie statt, die in der Bergbaubranche ihresgleichen sucht. Mehr als 200 Vertreter aus allen Bereichen der südkoreanischen Regierung sowie Repräsentanten der USA nahmen teil — ein ungewöhnliches Bild für eine Mineneinweihung, das den strategischen Stellenwert des Projekts unmissverständlich unterstreicht.
Sangdong: Die Eckdaten der Produktion
Der kommerzielle Abbau in Sangdong hatte bereits im Dezember 2025 begonnen. Die formelle Phase-1-Inbetriebnahme vom 16. März markiert nun den Übergang vom Hochfahren zur strukturierten Produktion. Die Anlage ist auf eine jährliche Verarbeitungskapazität von rund 640.000 Tonnen Erz ausgelegt und soll etwa 2.300 Tonnen Wolframkonzentrat pro Jahr liefern.
Was die Mine besonders attraktiv macht: Der durchschnittliche Erzgehalt liegt bei rund 0,51% Wolframtrioxid — etwa dreimal so hoch wie der globale Durchschnitt. Die prognostizierte Lebensdauer beträgt mehr als 45 Jahre. Almonty hatte das Projekt 2015 erworben und seitdem über 100 Millionen US-Dollar in den Ausbau investiert, darunter rund vier Kilometer Untertunnelung sowie eine moderne Aufbereitungsanlage.
Strategie und geopolitischer Rückenwind
Almonty verfolgt mit der sogenannten „Korean Trinity“-Strategie einen integrierten Ansatz: Neben dem Bergwerk sollen eine Wolframoxidanlage und ein angrenzendes Molybdänvorkommen entwickelt werden. Ziel ist es, nicht nur Rohkonzentrat zu verkaufen, sondern die Wertschöpfung durch eigene Veredelung zu steigern.
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Eine geplante Phase-2-Erweiterung soll 2027 die Verarbeitungskapazität auf rund 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppeln — und die Wolframproduktion auf etwa 4.600 Tonnen steigern. Bei voller Kapazität könnte Sangdong rund 40% des weltweiten Wolframbedarfs außerhalb Chinas decken.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. China kontrolliert derzeit rund 88% der globalen Wolframproduktion und hat Ende 2025 die Exportbeschränkungen erheblich verschärft. Laut einer Analyse von BMO Capital Markets kamen bestimmte chinesische Wolframexporte in diesem Zeitraum zeitweise vollständig zum Erliegen. Ein für 2027 geplantes US-Verbot chinesischen Wolframs für Verteidigungsanwendungen verstärkt den Bedarf an westlich ausgerichteten Lieferanten zusätzlich.
Ergänzend dazu hat Almonty für 10 Millionen US-Dollar ein Wolframprojekt im US-Bundesstaat Montana erworben, das bereits in der zweiten Hälfte 2026 in Produktion gehen könnte.
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Institutionelles Interesse und Kurskorrektur
Das operative Momentum hat institutionelle Investoren angelockt. Die Zahl der Fonds mit Positionen stieg im vergangenen Quartal um mehr als 55% auf 107. Van Eck Associates baute seine Beteiligung um 13.294,7% auf 11,24 Millionen Aktien aus — ein Wert von rund 99 Millionen US-Dollar. Encompass Capital Advisors investierte etwa 25,6 Millionen US-Dollar, Next Century Growth Investors rund 16,3 Millionen. DA Davidson bestätigte am 6. März sein Kaufvotum.
An der XETRA schloss die Aktie am Vortag bei 16,60 Euro, ein Rückgang von 3,94% gegenüber dem Eröffnungskurs von 17,56 Euro. Trotz dieser Korrektur notiert der Titel deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 11,49 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 6,55 Euro.
Was der 26. März zeigen wird
Am 26. März legt Almonty seinen Quartalsbericht vor — den ersten, der Sangdongs Produktionsbeitrag und die aktuell hohen Wolframpreise in konkreten Finanzzahlen abbilden wird. Anleger erwarten vor allem Klarheit über Produktionsvolumen und Stückkosten. Die Zeremonie hat den strategischen Rahmen gesetzt; die Zahlen müssen ihn nun mit Substanz füllen.
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