Rund 700 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung hat Alphabet seit dem Februar-Hoch verloren. Makroökonomischer Gegenwind, milliardenschwere Investitionspläne und zwei laufende Kartellverfahren belasten die Aktie gleichzeitig. Am 29. April stehen die Q1-Zahlen an — ein Termin, der die Richtung neu definieren könnte.
Das CapEx-Problem
Der Haupttreiber des Kursrückgangs ist klar benennbar: Alphabets Investitionsplanung für 2026. Das Unternehmen hat Kapitalausgaben von 175 bis 185 Milliarden Dollar angekündigt, der Großteil fließt in den Ausbau von Rechenzentren. Anleger zweifeln daran, ob die KI-getriebenen Umsätze diese Ausgaben rechtfertigen werden.
Die Sorge ist nicht irrational. Solche Summen belasten die freien Cashflows erheblich — und wenn das Umsatzwachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt, geraten die Margen unter Druck. Allein in der Woche bis zum 27. März verlor die Aktie knapp 9 Prozent.
Zwei Kartellverfahren, ein offenes Urteil
Parallel läuft der regulatorische Druck auf zwei Fronten. Im ersten Verfahren fechten sowohl Google als auch das US-Justizministerium Teile des Urteils von Richter Mehta an — Google will den Monopolbefund für seine Suchmaschine kippen, die Regierung drängt weiterhin auf eine Zerschlagung.
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Das zweite Verfahren könnte weitreichender sein. Richterin Leonie Brinkema stellte im April 2025 fest, dass Google zwei Märkte monopolisiert hat: Publisher-Ad-Server und Ad-Exchanges. Das Justizministerium fordert den Verkauf von Googles Ad-Exchange AdX und möglicherweise auch des Publisher-Ad-Servers DFP. Das Urteil steht noch aus — es könnte jederzeit kommen.
Sollten beide Verfahren zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, entsteht ein rechtliches Flickwerk, das die Unsicherheit über Googles Struktur noch Jahre aufrechterhalten dürfte.
Solide Fundamentaldaten als Gegengewicht
Die operative Realität sieht anders aus als der Kursverlauf vermuten lässt. Im vierten Quartal 2025 übertraf Alphabet die Erwartungen deutlich: Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie lag mit 2,82 Dollar rund 7 Prozent über dem Konsens. Google Cloud wuchs um 48 Prozent, der Auftragsbestand dort beläuft sich auf 240 Milliarden Dollar — mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
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Waymo skaliert ebenfalls zügig: Der Robotaxi-Dienst absolviert inzwischen über 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche, doppelt so viele wie noch Mitte 2025. Bis Ende 2026 soll die Marke von einer Million Fahrten pro Woche erreicht werden.
Was Analysten erwarten
Die Analystengemeinde bleibt trotz allem konstruktiv. Morgan Stanley hält an einem Kursziel von 330 Dollar fest und verweist auf Waymos Wachstumsdynamik. Evercore sieht das Kursziel bei 400 Dollar und erwartet ein Umsatzwachstum von mindestens 14 Prozent für 2026. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel von 61 Analysten liegt bei 376 Dollar — kein einziger empfiehlt den Verkauf der Aktie.
Mit einem Kurs von rund 256 Euro liegt die Aktie aktuell deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch, aber noch komfortabel über dem 200-Tage-Durchschnitt. Die Q1-Zahlen am 29. April werden zeigen, ob das operative Momentum die CapEx-Bedenken zumindest teilweise entkräften kann.
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