Amagvik verlässt das Parkett der BX Swiss. Die Einladung zur außerordentlichen Generalversammlung im August 2026 markiert den offiziellen Startschuss. Das Unternehmen aus St. Gallen bereitet damit den Wechsel in die private Sphäre vor.

Strategische Blockade erzwingt Rückzug

Eine Sackgasse in der Firmenstrategie macht diesen Schritt nötig. Im Juni 2026 lehnten die Aktionäre die Pläne des Verwaltungsrats ab. Die Führung wollte verstärkt in Gewerbeimmobilien investieren. Diese Ablehnung blockierte die weitere Entwicklung des Unternehmens massiv.

Die wirtschaftliche Lage verschärfte den Druck zusätzlich. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Amagvik einen Verlust von rund 3,63 Millionen CHF. Eine schnelle Stärkung der Kapitalstruktur ist derzeit nicht möglich. Die Kosten für die Börsennotierung stehen laut Management in keinem Verhältnis mehr zum operativen Nutzen.

Neuer Kurs ohne Börsenaufsicht

Parallel dazu baut die Gesellschaft die Führung aus. Winder Sanchez soll in den Verwaltungsrat einziehen. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Verwaltung und im Personalwesen. Sanchez begleitet bereits seit 2024 die M3 Bauprojekt AG in gleicher Funktion. Er soll die anstehende Transformation stabilisieren.

Der Verwaltungsrat beantragt außerdem eine umfassende Revision der Statuten. Diese Änderungen greifen jedoch erst nach dem vollzogenen Börsenabschied. Sie passen die Struktur an die geringeren Anforderungen eines privaten Unternehmens an. Damit sinkt der Aufwand für Regulierung und Publizität künftig deutlich.

Entscheidung im August

Die Machtverhältnisse lassen kaum Zweifel am Ausgang der Abstimmung. Die Erbengemeinschaft von Michael Oehme hält 83,375 Prozent der Stimmen. Sie hat den Antrag auf Dekotierung selbst gestellt. Die aktuelle Führung um Joelkis Rosario unterstützt diesen radikalen Schnitt.

Die außerordentliche Generalversammlung im August 2026 wird den Prozess formal abschließen. Mit der Stimmgewalt der Erben im Rücken gilt die Dekotierung als sicher. Amagvik spart so künftig die hohen Kosten der Kotierung ein und gewinnt operative Flexibilität zurück.