Hunderte Top-Verkäufer proben den Aufstand gegen Amazon. Am 15. April legten sie ihre Werbekampagnen auf dem Marktplatz für 24 Stunden auf Eis. Der Boykott offenbart tiefe Risse zwischen dem Tech-Giganten und seiner Händler-Community. Die finanzielle Belastung für die Verkäufer steigt spürbar.
Dreifache Gebühren-Falle
Der Frust der Händler entzündet sich an drei parallelen Änderungen. Erstens behält Amazon die Verkaufserlöse länger ein. Händler erhalten ihr Geld nun erst sieben Tage nach der Zustellung. Zweitens zieht der Konzern Werbekosten künftig direkt von den Händler-Einnahmen ab. Bisher war eine Zahlung per Kreditkarte möglich. Drittens führt Amazon einen temporären Treibstoffzuschlag von 3,5 Prozent ein.
Amazon reagierte bereits auf den ersten Gegenwind. Das Unternehmen verschob die Änderung bei den Werbezahlungen kurzfristig auf den 1. August 2026. Betroffene Händler erhalten als Ausgleich Werbegutschriften über 12.500 US-Dollar. Der Boykott fand dennoch statt.
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Millionen-Verkäufer machen Druck
Hinter dem Blackout steht die Gruppe „Million Dollar Sellers“. Die rund 700 Mitglieder erwirtschaften zusammen einen Umsatz von 14 Milliarden US-Dollar. Mitbegründer Eugene Khayman kritisiert die Einführung von drei neuen Gebühren innerhalb eines Monats. Die Händler müssen ihre Werbeausgaben nun mit gebundenem Kapital vorfinanzieren.
Amazon spielt die Proteste herunter. Eine Sprecherin erklärte, die neuen Regeln beträfen nur eine kleine Händlergruppe. Den Treibstoffzuschlag begründet der Konzern mit gestiegenen Logistik- und Ölpreisen. Das Werbegeschäft brachte Amazon im vierten Quartal 2025 rund 21,3 Milliarden US-Dollar ein. Es ist ein hochmargiger Wachstumsmotor für das Unternehmen.
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Aktie im Aufwind vor Quartalszahlen
Die Börse lässt der Händler-Streit bisher völlig kalt. Kein Wunder. Die Amazon-Aktie notiert aktuell bei 210,55 Euro. Auf Monatssicht verzeichnet das Papier ein Plus von knapp 13 Prozent. Der Kurs nähert sich damit dem 52-Wochen-Hoch von 220,55 Euro an. Auch Analysten bleiben optimistisch. Cantor Fitzgerald hob das Kursziel auf 260 US-Dollar an. Die Experten verweisen auf eine breitere kommerzielle Nutzung der hauseigenen AWS-Chips.
Am 29. April präsentiert Amazon die Zahlen für das erste Quartal 2026. Der Konzern erwartet einen Umsatz von bis zu 178,5 Milliarden US-Dollar. Analysten achten bei der Telefonkonferenz besonders auf das Werbesegment. Ein Margenrückgang in diesem Bereich würde die finanziellen Folgen des Händler-Protests direkt beziffern.
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