Amazon steht diese Woche im Zentrum zweier gegensätzlicher Entwicklungen: Während der Konzern in Spanien seine größte Investition in Europa ankündigt, treffen Drohnenangriffe im Nahen Osten die Cloud-Infrastruktur. Beide Ereignisse zeigen, wie stark Amazon Web Services mittlerweile in geopolitische Spannungen verwickelt ist.
33,7 Milliarden Euro für Spanien
Auf dem MWC26 in Barcelona hat Amazon seinen bislang größten Technologie-Deal in Europa verkündet. Insgesamt 33,7 Milliarden Euro fließen in den Ausbau von Rechenzentren in Spanien – zusätzlich zu den bereits 2024 angekündigten 15,7 Milliarden Euro. Der Fokus liegt auf der AWS-Region Aragón, wobei erstmals auch die Provinz Teruel erschlossen wird, wo bisher kein großer Tech-Konzern präsent war.
Die Investition soll jährlich rund 29.900 Arbeitsplätze schaffen und 31,7 Milliarden Euro zum spanischen BIP beitragen. Neben den Rechenzentren plant Amazon eine Server-Fertigungsanlage sowie Reparatur- und Logistikzentren für KI- und Machine-Learning-Hardware. Das Projekt wird durch 100 Solar- und Windkraftanlagen gestützt, darunter sieben neue Solarparks. Seit 2022 werden die AWS-Rechenzentren in Aragón vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben.
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Iranische Drohnen treffen AWS-Infrastruktur
Während Amazon in Europa expandiert, steht die Cloud-Infrastruktur im Nahen Osten unter Beschuss. Iranische Drohnenangriffe trafen diese Woche drei Amazon-Rechenzentren – zwei in den VAE, eines in Bahrain. Amazon bestätigte strukturelle Schäden, Stromausfälle und in einigen Fällen Wasserschäden durch Löschmaßnahmen. Rund 60 AWS-Dienste waren zeitweise beeinträchtigt, darunter EC2, S3, Lambda und DynamoDB.
Die Auswirkungen gingen über reine Tech-Dienste hinaus. Lieferplattformen wie Careem, Payment-Anbieter wie Alaan und Hubpay sowie Banken wie ADCB und Emirates NBD meldeten Ausfälle. Irans Revolutionsgarden übernahmen laut staatlichen Medien die Verantwortung und begründeten die Angriffe mit Amazons Unterstützung des US-Militärs. Amazon riet Kunden in der Region, Daten zu sichern oder Workloads in andere AWS-Regionen zu migrieren.
Massive Investitionen belasten Cashflow
Amazon hat für 2026 Investitionen in Höhe von 200 Milliarden Dollar angekündigt. Die aggressive Expansion im Cloud- und KI-Bereich drückt jedoch auf den freien Cashflow, der im vergangenen Jahr von 47,7 Milliarden Dollar auf zuletzt 11,2 Milliarden Dollar gefallen ist. Analysten warnen, dass der Cashflow 2026 negativ werden könnte.
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Im vierten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 14 Prozent auf 213,4 Milliarden Dollar, AWS legte um 24 Prozent zu. Dennoch zählt die Amazon-Aktie zu den Nachzüglern der „Magnificent Seven“: Während das Papier in den letzten zwölf Monaten um rund 6 Prozent zulegte, verlor es seit Jahresbeginn etwa 7 Prozent. Nach der Ankündigung der Spanien-Investition stieg der Kurs um 3,9 Prozent.
Der Druck auf Amazon kommt von zwei Seiten: Google Cloud und Microsoft Azure investieren massiv in KI-Infrastruktur und gewinnen Marktanteile. Zudem diversifizieren Unternehmenskunden zunehmend ihre Cloud-Anbieter. Amazon reagiert mit einer geplanten 50-Milliarden-Dollar-Partnerschaft mit OpenAI und dem forcierten Ausbau eigener KI-Kapazitäten.
Die Drohnenangriffe im Nahen Osten markieren eine neue Dimension geopolitischer Risiken für Cloud-Anbieter – ein Thema, das die gesamte Tech-Branche künftig beschäftigen dürfte.
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