Was in Dänemark begann, könnte zum Problem für US-Konzerne werden. Der Grönland-Konflikt entfacht eine Boykott-Welle gegen amerikanische Produkte – und Amazon steht ganz oben auf der Liste.
Die Zahlen aus Skandinavien sind bemerkenswert: Eine Boykott-App gegen US-Waren landete in Dänemark auf Platz 1 der Download-Charts. Über 110.000 Dänen tauschen sich in Facebook-Gruppen darüber aus, wie sie amerikanische Produkte meiden können. Das entspricht fast zwei Prozent der gesamten Bevölkerung.
Wird Deutschland folgen?
Auch hierzulande wächst die Bereitschaft zum Boykott. Eine Umfrage des IFH Köln zeigt: 61 Prozent der Befragten schließen bestimmte US-Produkte mittlerweile aus, 36 Prozent lehnen sie komplett ab. Die Erhebung stammt zwar noch aus dem März 2025, doch Experten sprechen von „deutlich spürbarer Empörung“ in der Bevölkerung.
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Katharina Gangl vom Nürnberger Institut für Marktentscheidungen sieht Amazon besonders gefährdet. Ein Aufruf wie „Kauft nicht bei Amazon, sondern bei Otto“ könnte bei weiterer Eskalation durchaus verfangen. Neben dem Online-Riesen stehen Apple, Facebook, McDonald’s und Tesla im Fokus möglicher Boykott-Kampagnen.
Amazon schweigt
Ob der Konzern die Stimmung bereits spürt? Amazon äußerte sich auf Anfragen nicht. Auch andere US-Unternehmen wie McDonald’s, Mars und Coca-Cola hüllen sich in Schweigen. Einzig Burger King Deutschland betonte, man agiere eigenständig und sei stark lokal verwurzelt.
Der deutsche Lebensmittelhandel gibt Entwarnung. Lidl meldet keine Veränderungen bei den Verkaufszahlen amerikanischer Produkte. Der Branchenverband BVLH sieht keine Protestbewegung: „Die entsprechenden Produkte werden weiter nachgefragt.“
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Warum der Boykott wirkungslos bleiben dürfte
Konsumforscher Ole Kelm von der Uni Düsseldorf dämpft die Erwartungen: „Die Nutzung von Boykott-Apps wird keinen großen Effekt haben.“ Die Konzerne seien schlicht zu groß. Ralf Deckers vom IFH Köln ergänzt, Menschen würden ihre eingeübten Konsumgewohnheiten nur ungern ändern.
Hinzu kommt: Viele US-Marken wie Coca-Cola, M&M’s oder Pringles werden in Europa produziert. Verbraucher wissen oft gar nicht, welche Produkte zu amerikanischen Konzernen gehören. Und Rabattaktionen überlagern häufig politische Überzeugungen beim Einkauf.
Dennoch fürchten die Konzerne Imageschäden durch die Berichterstattung über Boykottaufrufe. Ob aus der dänischen Bewegung eine europaweite Kampagne wird, hängt davon ab, ob die politischen Spannungen weiter zunehmen. Für Amazon könnte die Entwicklung dann durchaus unangenehm werden.
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