Amazon treibt den Ausbau seiner Cloud- und Chip-Infrastruktur mit hohem Tempo voran und stellt sich damit den wachsenden Sorgen vor ausufernden Kosten entgegen. Im europäischen Handel gab die Aktie des Konzerns gestern um 2,4 % auf 226,60 Euro nach, da Marktteilnehmer die hohen Kapitalanforderungen der Branche weiterhin aufmerksam abwägen.
Breiter Kundenstamm soll Rekordinvestitionen absichern
AWS-Chef Matt Garman trat Befürchtungen über eine einseitige Ausrichtung im Geschäft mit künstlicher Intelligenz entgegen. In einem Podcast unterstrich der Spartenleiter, dass der größte Einzelkunde lediglich einen einstelligen Prozentsatz der Erlöse von Amazon Web Services ausmache. Start-ups steuerten dagegen schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Cloud-Umsätze bei, was das Risiko einer Klumpenbildung verringere.
Für das laufende Jahr stellt Amazon Gesamtinvestitionen in der Größenordnung von rund 220 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Die Nachfrage nach Rechenleistung übersteigt das Angebot derzeit deutlich.
Der beschleunigte Ausbau der Rechenzentren hinterlässt jedoch sichtbare Spuren in den Mittelflüssen des Konzerns. Die massiven Sachinvestitionen drückten den nachlaufenden freien Cashflow zuletzt mit 7,6 Milliarden US-Dollar ins Minus.
Analysten blicken optimistisch auf Quartalszahlen
Trotz der aktuellen Cashflow-Belastung werten Marktbeobachter die operative Dynamik im Cloud-Segment als zentralen Kurstreiber.
Das Papier notiert derzeit 9,0 % unter seinem 52-Wochen-Hoch. Ob sich die Zuversicht des Managements und die hohe Auslastung der Rechenzentren bereits im Zahlenwerk widerspiegeln, zeigt sich zum Monatsende: Die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal ist für den 29. Oktober vorgesehen.
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