Drei Richtlinienänderungen auf einmal — und ausgerechnet heute tritt die schmerzhafteste davon in Kraft. Amazon erhebt ab dem 17. April einen Treibstoffzuschlag von 3,5 Prozent auf Fulfillment-Gebühren in den USA und Kanada. Für Drittanbieter, die bereits unter Importzöllen und gestiegenen Energiekosten ächzen, kommt das zur Unzeit.
Drei Maßnahmen, ein Protest
Der Zuschlag ist nur eine von drei Änderungen, die Amazons Händlergemeinschaft in dieser Woche zu einer seltenen koordinierten Gegenwehr bewogen haben. Hintergrund: Der seit fünf Wochen andauernde Krieg gegen den Iran hat den Transit durch die Straße von Hormuz — durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öls fließt — erheblich gestört. Amazon leitet die gestiegenen Logistikkosten nun direkt an seine Verkäufer weiter, im Schnitt 17 Cent pro versandter Einheit.
Parallel dazu will Amazon Werbekosten künftig automatisch vom Händlerkonto abbuchen statt per Kreditkarte zu begleichen — und die Auszahlung von Erlösen erst sieben Tage nach Lieferung statt nach Versand vornehmen. Letzteres bindet Kapital, das Händler für Gehälter und Lieferanten brauchen.
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Die Reaktion war unmissverständlich: Am Mittwoch boykottierten Hunderte großer Händler Amazons Werbeplattform für 24 Stunden. Organisiert wurde die Aktion von „Million Dollar Sellers“, einer Gemeinschaft mit mehr als 700 Mitgliedern, die zusammen 14 Milliarden Dollar Umsatz generieren.
Teilrückzug, aber kein Frieden
Amazon reagierte — zumindest auf eine der drei Änderungen. Die Umstellung der Zahlungsmethode für Werbeleistungen wurde auf den 1. August 2026 verschoben. Als Ausgleich erhalten betroffene Händler fünf Monate lang monatlich 2.500 Dollar in Klick-Guthaben, insgesamt also 12.500 Dollar pro Anbieter.
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Den Treibstoffzuschlag hält Amazon aufrecht. Mehrere Händler kündigten gegenüber US-Medien an, ihre Preise für Endkunden zu erhöhen. Branchenbeobachter zweifeln daran, dass der Aufschlag nur temporär bleibt — schon 2022 hatte Amazon einen ähnlichen Treibstoffzuschlag eingeführt und dauerhaft beibehalten.
Strategisches Gewicht des Konflikts
Drittanbieter stehen für 60 Prozent des Marktplatzvolumens — ihr Wohlergehen ist kein Randthema. Amazons Werbegeschäft wuchs im vierten Quartal 2025 um 23 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar, und Kritiker werfen dem Konzern vor, Händler systematisch zu belasten, um dieses Wachstum zu finanzieren.
Die Amazon-Aktie hat sich zuletzt deutlich erholt und notiert mit rund 211 Euro klar über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Am 29. April legt Amazon seine Quartalszahlen für Q1 2026 vor — dann wird sich zeigen, ob der Händlerkonflikt erste Spuren in den Fulfillment- und Werbeumsätzen hinterlassen hat oder ob Amazons Marktmacht den Gegenwind absorbiert.
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