Amazon wälzt steigende Logistikkosten auf seine Drittanbieter ab. Ab dem 17. April gilt ein Kraftstoff- und Logistikzuschlag von 3,5% auf Fulfillment-Gebühren in den USA und Kanada — und das in einem Umfeld, in dem viele Händler ohnehin unter Druck stehen.
Der Zuschlag im Detail
Konkret bedeutet die Maßnahme im Schnitt 17 Cent mehr pro versandter Einheit über Amazons Fulfillment-by-Amazon-Dienst. Ab dem 2. Mai weitet sich der Zuschlag auf weitere Dienste aus, darunter „Buy with Prime“ und Multi-Channel-Fulfillment in den USA und Kanada.
Amazon begründet den Schritt mit gestiegenen Betriebskosten und verweist auf ähnliche Maßnahmen von UPS und FedEx. Der US-Postdienst USPS kündigte seinerseits einen 8%-Kraftstoffzuschlag ab dem 26. April an. Amazon betont, der eigene Aufschlag liege deutlich unter dem der Konkurrenz — und sei temporärer Natur.
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Ob das so bleibt, ist offen. Noah Wickham, VP bei der Seller-Agentur My Amazon Guy, erwartet in einem LinkedIn-Beitrag, dass Amazon den Zuschlag unabhängig von der künftigen Kraftstoffpreisentwicklung beibehalten wird. Ein Blick in die Vergangenheit gibt ihm recht: Einen vergleichbaren Zuschlag führte Amazon bereits 2022 ein — damals, als Rohöl zuletzt über 100 Dollar je Barrel notierte. Hinzu kommt, dass Amazon die FBA-Gebühren bereits im Januar dieses Jahres um durchschnittlich 8 Cent pro Einheit angehoben hatte.
Technischer Gegenwind und Insider-Verkäufe
Die Ankündigung trifft auf eine Aktie, die charttechnisch unter Druck steht. Im März 2026 bildete sich ein sogenanntes „Death Cross“, bei dem der 50-Tage-Durchschnitt unter den 200-Tage-Durchschnitt fiel — ein Signal, das Marktteilnehmer traditionell als bärisches Zeichen werten.
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Parallel dazu haben hochrangige Führungskräfte zuletzt Aktien im Wert von mehr als 14,69 Millionen Dollar verkauft, darunter AWS-Chef Matthew Garman. Die Transaktionen erfolgten über vorab festgelegte Handelspläne nach Rule 10b5-1, die Insiderhandel-Vorwürfe ausschließen sollen. Dennoch fällt die Häufung der Verkäufe auf — zumal die Quartalszahlen für Q4 2025 gemischt ausfielen: Der Umsatz überzeugte, der Gewinn je Aktie blieb hinter den Erwartungen zurück.
Quartalsbericht als nächster Prüfstein
Am 29. April legt Amazon seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Der Markt wird genau hinschauen, ob das schwache EPS aus Q4 ein Ausrutscher war oder sich als Muster festigt. Parallel dazu hat Amazon seine Investitionsausgaben für 2026 auf 200 Milliarden Dollar hochgeschraubt — nach 132 Milliarden im Vorjahr. Der Großteil fließt in KI-Rechenzentren sowie in Robotik und das Satellitenprojekt Kuiper.
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