Amazon startet heute seinen Prime Day. Normalerweise treibt das Shopping-Event den Kurs an. Dieses Jahr reagiert der Markt nervös. Die Aktie fällt um gut ein Prozent auf 201,70 Euro. Der Grund: Das Rabatt-Umfeld ist extrem hart umkämpft.
Harter Preiskampf
Amazon feiert sein Event nicht allein. Bis zum 26. Juni lockt der Konzern mit exklusiven Angeboten. Parallel dazu rüsten die großen Rivalen auf. Walmart veranstaltet seine eigene Rabattwoche noch bis zum 28. Juni. Target überschneidet sich zeitlich exakt mit Amazon.
Das ist ein Problem für die Margen. Kunden vergleichen die Preise genauer. Händler verteilen ihre Werbebudgets auf mehrere Plattformen. Amazon braucht nicht nur Klicks. Der Konzern braucht echte Käufe und volle Warenkörbe.
Verbraucher halten ihr Geld zusammen
Die wirtschaftliche Lage bremst die Kauflaune. Das Konsumklima in den USA hat sich im Juni zwar leicht erholt. Es liegt aber immer noch fast 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Inflationserwartung verharrt bei 4,6 Prozent.
Käufer greifen deshalb eher zu Lebensmitteln und Haushaltswaren. Teure Elektronik bleibt oft liegen. Amazon hat das erkannt. Das Unternehmen bewirbt in diesem Jahr verstärkt Artikel des täglichen Bedarfs.
Hohe Hürden für das Quartal
Der Vorstand hat den Prime Day fest in seine Prognose eingeplant. Für das zweite Quartal peilt Amazon einen Umsatz von bis zu 199 Milliarden US-Dollar an. Der operative Gewinn soll auf maximal 24 Milliarden US-Dollar steigen.
Die jüngste Kursentwicklung zeigt Skepsis. Auf Monatssicht hat das Papier knapp 13 Prozent verloren. Der Kurs rutschte unter die 50-Tage-Linie. Aktuell notiert die Aktie nur noch hauchdünn über dem 200-Tage-Durchschnitt von 199,85 Euro.
Fällt der Kurs unter diese wichtige charttechnische Marke, drohen weitere Abgaben. Ein starker Prime Day mit unerwartet hohen Margen könnte den Abwärtstrend stoppen. Schwache Verkaufszahlen bei teuren Artikeln würden den Druck auf das Einzelhandelsgeschäft hingegen weiter erhöhen.
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