Die Rekordjagd bei AMD ist jäh unterbrochen. Während die Hardware-Nachfrage ungebrochen scheint, flüchten Investoren heute aus dem Halbleitersektor. Der Kurs rutschte zeitweise auf 406,40 Euro ab.

Markt zweifelt an Nachhaltigkeit des KI-Booms

Der Auslöser für die Verkaufswelle liegt in Fernost. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat seine Investitionspläne massiv nach oben geschraubt. Das Unternehmen plant nun Ausgaben zwischen 60 und 64 Milliarden Dollar.

Das signalisiert eigentlich eine hohe Nachfrage. Händler stellen jedoch die Nachhaltigkeit dieser gigantischen Investitionen in die KI-Infrastruktur infrage. Die Aktie notiert damit rund 20 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Juni.

Analysten halten an hohen Zielen fest

Trotz der Kursverluste bleiben viele Experten gelassen. Die Investmentbank UBS hob ihr Kursziel für AMD auf 700 Euro an und bestätigte die Kaufempfehlung. Rosenblatt sieht das Potenzial sogar bei 665 Euro.

Beide Häuser setzen auf die kommenden Produktvorstellungen. Ende Juli präsentiert der Konzern auf der Konferenz „Advancing AI 2026“ seine Pläne für das Rechenzentrum-Geschäft. Parallel dazu soll der neu ernannte Corporate Fellow Alan Smith die Architektur der Grafikprozessoren weiter vorantreiben.

In der ersten Augusthälfte veröffentlicht AMD die Finanzberichte zum zweiten Quartal. Die Zahlen müssen belegen, dass die Nachfrage nach KI-Beschleunigern tatsächlich in harte Gewinne mündet. Trotz des heutigen Dämpfers steht für das laufende Jahr bisher ein sattes Plus von 120 Prozent zu Buche.