AMD, Home Depot & Novo Nordisk: Wenn ein Chip-Deal Milliarden bewegt – und Preissenkungen den Pharma-Krieg verschärfen

AMD sichert sich einen mehrjährigen KI-Chip-Liefervertrag mit Meta, während Novo Nordisk drastische Preissenkungen für Abnehm-Medikamente ankündigt. Der DAX kämpft mit der 25.000er-Marke.

AMD, Home Depot & Novo Nordisk: Wenn ein Chip-Deal Milliarden bewegt – und Preissenkungen den Pharma-Krieg verschärfen
Kurz & knapp:
  • AMD beliefert Meta mit KI-Prozessoren im Milliardenwert
  • Novo Nordisk senkt Preise für Wegovy und Ozempic um bis zu 50%
  • DAX scheitert erneut an der 25.000-Punkte-Marke
  • Home Depot übertrifft Erwartungen im Quartalsgeschäft

Liebe Leserinnen und Leser,

320 Milliarden Dollar – so viel Marktkapitalisierung verlor Nvidia allein in den letzten Wochen, während Anleger zunehmend nervös auf die KI-Ausgaben der Tech-Giganten blicken. Doch ausgerechnet heute zeigt sich: Der Chip-Hunger ist längst nicht gestillt. AMD sichert sich einen Deal mit Meta, der die gesamte Branchendynamik verschieben könnte. Gleichzeitig tobt im Pharma-Sektor ein gnadenloser Preiskrieg, während an der Frankfurter Börse der DAX erneut an der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke scheitert. Drei Geschichten, die zeigen: Die Märkte sortieren sich neu – und nicht alle kommen dabei glimpflich davon.

AMD holt auf: Meta-Deal als Kampfansage an Nvidia

Im Zweikampf um die KI-Chip-Vorherrschaft landet AMD einen spektakulären Coup: Der Halbleiterkonzern wird Meta über die kommenden fünf Jahre mit KI-Prozessoren im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar beliefern. Die Vereinbarung umfasst eine Gesamtleistung von bis zu 6 Gigawatt – beginnend mit der zweiten Jahreshälfte 2026. Besonders pikant: Meta erhält Optionen auf bis zu 160 Millionen AMD-Aktien, was einer Beteiligung von zehn Prozent entsprechen würde. Die AMD-Aktie schoss im US-Handel zeitweise um über 14 Prozent nach oben.

Was auf den ersten Blick wie ein reiner Liefervertrag aussieht, ist in Wahrheit ein strategischer Schachzug mit weitreichenden Folgen. Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte erst Ende Januar angekündigt, 2026 zwischen 115 und 135 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur zu investieren – eine Ansage, die Anleger zunächst nervös machte. Nun wird klar: Ein erheblicher Teil dieser Investitionen fließt nicht nur an Branchenprimus Nvidia, sondern auch an AMD. Für den kleineren Konkurrenten ist das ein Vertrauensbeweis, der signalisiert: Die Technologie kann mit Nvidia mithalten, und zwar auch bei industriellem Maßstab.

Analyst Matt Britzman vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown bringt es auf den Punkt: Konkurrenzfähige Chips zu entwickeln sei die eine Herausforderung – diese in Millionenstückzahlen liefern zu können, die andere. AMD scheint beide Hürden genommen zu haben. Während Meta-Aktien leicht nachgaben, dürfte die Partnerschaft mittelfristig beiden Seiten nutzen: Meta diversifiziert seine Chip-Lieferanten und reduziert die Abhängigkeit von Nvidia, AMD etabliert sich endgültig als ernstzunehmende Alternative im KI-Geschäft.

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Novo Nordisk senkt Preise drastisch: Pharma-Giganten im Überlebenskampf

Wer glaubte, der Markt für Abnehm-Medikamente sei bereits gesättigt, wurde heute eines Besseren belehrt. Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk kündigte an, die US-Listenpreise für seine Blockbuster Wegovy und Ozempic ab Januar 2027 um bis zu 50 Prozent zu senken. Wegovy wird dann für 675 Dollar pro Monat gelistet – die Hälfte des bisherigen Preises. Ozempic, das Diabetes-Medikament, wird um 34 Prozent günstiger.

Die Maßnahme ist ein verzweifelter Versuch, im Wettrennen mit dem US-Konkurrenten Eli Lilly nicht endgültig den Anschluss zu verlieren. Novo Nordisk hatte zuletzt Marktanteile eingebüßt, auch weil Lillys Gewichtssenker als effektiver gilt. Erst am Montag musste der Konzern eingestehen, dass sein Hoffnungsträger Cagrisema in Studien gegen Lillys Zepbound nicht die erhoffte Überlegenheit zeigte – ein herber Rückschlag. Die Aktie verlor daraufhin zeitweise über 20 Prozent.

Die drastischen Preissenkungen verschärfen nun den Preiskrieg in einer der profitabelsten Pharma-Kategorien. Der globale Markt für GLP-1-Medikamente wird auf rund 72 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2030 auf 139 Milliarden Dollar wachsen. Doch die Preise waren bislang ein massives Hindernis: Viele Versicherungen deckten die Kosten nicht ab, Patienten mussten hohe Eigenanteile zahlen. Novo Nordisks Schritt zielt darauf ab, diese Hürden zu senken – und gleichzeitig Eli Lilly unter Druck zu setzen, nachzuziehen. Für deutsche Anleger bleibt die Frage: Wer gewinnt diesen Kampf langfristig? Die Antwort dürfte darüber entscheiden, welche der beiden Aktien in den kommenden Jahren die bessere Wahl ist.

DAX scheitert erneut: Zoll-Unsicherheit bremst Erholung

Während an der Wall Street nach dem schwachen Wochenauftakt zumindest eine leichte Erholung gelang, kämpfte der DAX am Dienstag vergeblich mit der 25.000-Punkte-Marke. Zeitweise gelang der Sprung darüber, doch am Ende reichte es nur zu einem Mini-Minus von 0,02 Prozent auf 24.986 Punkte. „Die Mutigen sind aktuell in der Minderheit“, konstatierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die doppelte Unsicherheit aus US-Zollpolitik und Iran-Konflikt halte Anleger von größeren Engagements ab.

Tatsächlich bleibt die Zoll-Thematik das beherrschende Thema. Trotz eines Urteils des Supreme Court, das Trumps Notfall-Zölle für rechtswidrig erklärte, setzten die USA am Dienstag neue globale Zölle in Höhe von 10 Prozent in Kraft. Das Weiße Haus arbeitet laut Berichten bereits an einer formellen Verordnung, die den Satz auf 15 Prozent anheben soll. Für europäische Unternehmen bedeutet das: Die Planungsunsicherheit bleibt bestehen. Besonders betroffen sind exportorientierte Branchen wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau.

Unternehmensseitig sorgten Quartalszahlen für gemischte Signale. Fresenius Medical Care enttäuschte mit dem Ausblick und verlor 7,5 Prozent, auch die Muttergesellschaft Fresenius gab nach. MTU Aero Engines büßte 6,6 Prozent ein, obwohl die Zahlen überzeugten – Anleger störten sich am verhaltenen Ausblick für den freien Cashflow. Positiv überraschten dagegen Nebenwerte: Elmos Semiconductor schoss nach optimistischen Prognosen um über 11 Prozent nach oben, SFC Energy legte knapp 10 Prozent zu. Die Botschaft: Wer liefert, wird belohnt – wer zögert, wird abgestraft.

Home Depot trotzt der Flaute: Baumarkt-Riese überrascht positiv

Während viele US-Einzelhändler unter der Kaufzurückhaltung der Konsumenten leiden, bewies Home Depot am Dienstag Widerstandskraft. Die größte Baumarktkette der USA übertraf im vierten Quartal die Erwartungen und hielt an ihren Jahresprognosen fest. Die Aktie legte vorbörslich um über 3 Prozent zu – ein Lichtblick in einem ansonsten nervösen Marktumfeld.

Die Zahlen zeigen: Trotz hoher Zinsen und gedämpfter Konsumstimmung investieren Amerikaner weiterhin in ihre Immobilien. Ob Renovierungen, Reparaturen oder kleinere Umbauten – die Nachfrage bleibt stabil. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal, denn Home Depot gilt als Frühindikator für die Verfassung des US-Immobilienmarktes. Sollte die Federal Reserve im Jahresverlauf tatsächlich die Zinsen weiter senken, könnte das dem Unternehmen zusätzlichen Rückenwind geben.

Weniger erfreulich verlief der Tag für Finanzwerte. JP Morgan, das am Vortag wegen KI-bedingter Sorgen bereits über 4 Prozent eingebüßt hatte, gab erneut leicht nach. CEO Jamie Dimon versuchte zwar, die Bedenken zu zerstreuen und betonte, die Bank werde KI zu ihrem Vorteil nutzen – doch Anleger bleiben skeptisch. Die Angst: KI könnte Geschäftsmodelle im Finanzsektor schneller umkrempeln als gedacht, etwa durch Automatisierung von Beratungsleistungen oder Kreditprüfungen.

Ölpreise steigen: Iran-Gespräche im Fokus

Während Gold nach den jüngsten Rekorden leicht nachgab, setzten die Ölpreise ihren Aufwärtstrend fort. Brent-Öl verteuerte sich um 0,4 Prozent auf knapp 72 Dollar pro Barrel, WTI-Öl kletterte auf 66,50 Dollar. Im Fokus stehen die für Donnerstag angesetzten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Genf. Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte der Iran mehr Öl exportieren – was das Angebot erhöhen und die Preise drücken würde.

Doch die Lage bleibt volatil. US-Präsident Donald Trump erwägt Medienberichten zufolge einen begrenzten Militärschlag im Iran, um den Druck zu erhöhen. Das weitaus größte Risiko liegt laut Commerzbank-Experte Carsten Frischen in einer möglichen Blockade der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge werden täglich gut ein Viertel der weltweiten seewärtigen Öllieferungen transportiert. Eine Sperrung – selbst nur temporär – würde die Energiemärkte in Aufruhr versetzen und die Preise in die Höhe treiben.

Für deutsche Anleger bedeutet das: Wer auf Energiewerte setzt, sollte die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten genau im Auge behalten. Die nächsten Tage dürften entscheidend sein.

Ausblick: Nvidia im Rampenlicht

Die kommenden 24 Stunden werden zeigen, ob die Tech-Rallye nur eine Verschnaufpause einlegt oder tatsächlich ins Stocken gerät. Am Mittwochabend nach US-Börsenschluss legt Nvidia seine Quartalszahlen vor – und die Erwartungen sind hoch. Anleger werden vor allem auf den Ausblick und die geplanten KI-Investitionen achten. Sollte der Chip-Gigant enttäuschen, könnte das die gesamte Tech-Branche mit nach unten ziehen.

In Deutschland bleibt die Zoll-Thematik das beherrschende Thema. Bundeskanzler Friedrich Merz reist am Mittwoch nach China – ein heikler Balanceakt zwischen wirtschaftlichen Interessen und politischen Spannungen. Die deutsche Industrie hofft auf Fortschritte beim Marktzugang und faire Wettbewerbsbedingungen. Ob Merz liefern kann, bleibt abzuwarten.

Eines ist klar: Die Märkte befinden sich in einer Phase der Neuordnung. Wer jetzt investiert, sollte genau hinschauen – und sich nicht von kurzfristigen Schwankungen aus der Ruhe bringen lassen. Die großen Trends – KI, Energiewende, geopolitische Verschiebungen – bleiben intakt. Doch die Gewinner von gestern sind nicht zwangsläufig die Gewinner von morgen.

Bis morgen und weiterhin viel Erfolg an den Märkten!

Beste Grüße
Andreas Sommer

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Als Finanzanalyst und Börsenjournalist beschäftige ich mich seit über vier Jahrzehnten intensiv mit den Finanzmärkten. Meine Spezialisierung liegt auf der Analyse wachstumsstarker Aktien und der Entwicklung von Anlagestrategien, die fundamentale Bewertung mit technischer Analyse kombinieren.

Ein zentraler Aspekt ist das Timing („Timing is Money“), denn Risikobegrenzung ist essenziell („Vermeiden ist besser als Verlieren!“). Mein Ziel ist es, Ihnen klare Orientierung in dynamischen Märkten zu bieten.

Mein Weg an die Börse: Vom Bankberater zum Analysten

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