American Superconductor erlebt turbulente Tage an der Börse. Während der Markt für Energienetze weltweit boomt, verliert die Aktie massiv an Boden. Eine technische Umstellung zwingt viele Investoren aktuell zum Verkauf.

Ende Juni flog das Unternehmen aus den Indizes Russell 3000E und Russell Microcap. Solche Umstellungen lösen oft hohen Verkaufsdruck aus. Indexfonds und institutionelle Anleger müssen ihre Bestände abstoßen, um die neuen Zusammensetzungen ihrer Portfolios abzubilden.

Die Aktie rutschte am Donnerstag auf 33,30 Euro ab. Damit notiert das Papier gut 18 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 23 Prozent zu Buche.

Rekord-Aufträge im Rücken

Operativ zeigt die Kurve nach oben. Im vierten Quartal sammelte das Unternehmen Aufträge über 100 Millionen US-Dollar ein. Der gesamte Auftragsbestand wuchs damit auf rund 280 Millionen Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent zum Vorjahr.

Für das laufende Quartal rechnet das Management mit einem Umsatz von über 85 Millionen Dollar. Der Gewinn soll bei mehr als 3 Millionen Dollar liegen. Bis 2029 halten Marktbeobachter einen Umsatz von fast 488 Millionen Dollar für möglich.

Boomfaktor Rechenzentren

Der Ausbau der Energie-Infrastruktur verschlingt Milliarden. National Grid investiert aktuell 1,75 Milliarden Dollar in Stromprojekte für texanische Rechenzentren. Hitachi Energy steckt zeitgleich 457 Millionen Dollar in den Ausbau der US-Produktion von Transformatoren.

Bis 2030 dürfte der US-Strombedarf um 21 Prozent steigen. American Superconductor liefert dafür die nötige Leistungselektronik und Supraleiter-Systeme. Andere Versorger wie Southern Co erhöhen ebenfalls ihre Investitionen in moderne Hochspannungsnetze, um die Last der Tech-Konzerne zu bewältigen.

Der Fokus verschiebt sich nun auf die Abarbeitung des hohen Auftragsbestands. Mit einem RSI von 39,2 nähert sich der Titel technisch einer überverkauften Situation. Die hohe Volatilität von annualisiert 73 Prozent signalisiert, dass die nervöse Phase nach dem Index-Rauswurf vorerst anhält.