Das Management von Amrize hält sich plötzlich zurück. Lange Zeit stützten massive Insider-Käufe den Kurs des Baustoffkonzerns. Nun ist diese Unterstützung versiegt. Das Timing ist brisant, da die Quartalszahlen kurz bevorstehen.
Die Stimmungslage in der Chefetage hat sich gewandelt. Bis zum Frühjahr griffen die Führungskräfte bei eigenen Titeln an der Schweizer Börse beherzt zu. Im Juli blieben neue Meldungen über Transaktionen jedoch aus. Marktbeobachter werten dies als Vorsichtsmaßnahme vor der anstehenden Bilanz.
Die Aktie notiert derzeit bei 44,30 Euro. Damit bleibt das Papier rund 21 Prozent hinter seinem 52-Wochen-Hoch zurück. Investoren beobachten nun genau, ob das operative Geschäft die fehlende Unterstützung der Insider ausgleichen kann.
Expansion in Texas
Amrize treibt parallel dazu seine Pläne in Nordamerika voran. Der Konzern integriert aktuell den Betonproduzenten Rapid Redi-Mix im Raum Dallas. Diese Akquisition soll das Netzwerk aus Zementwerken in der Wachstumsregion Texas stärken. Amrize festigt so seine Position als eigenständiges Unternehmen nach dem Spin-off von Holcim.
Analysten uneins über Kursziel
Ein laufendes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde US-Dollar stützt den Kurs fundamental ab. Die Investmentbank Bernstein hält derweil an ihrem Ziel von 70 US-Dollar fest. Morgan Stanley bleibt mit einem Kursziel von 65 US-Dollar vorsichtiger und verweist auf die Kosteninflation im Sektor.
Am 6. August veröffentlicht Amrize nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal. Dieser Termin gilt als richtungsweisend für das laufende Jahr. Der Bericht offenbart dann die konkreten Effekte der jüngsten Preisanpassungen und der neuen US-Standorte auf die Bilanz.
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