Ams Osram Aktie: 570 Millionen von Infineon

Der Verkauf des Sensorgeschäfts an Infineon soll die Verschuldung von Ams Osram bis 2028 halbieren und den Fokus auf Photonik schärfen.

Ams Osram Aktie
Kurz & knapp:
  • Verkaufserlös von 570 Millionen Euro
  • Schuldenlast soll drastisch sinken
  • Fokus auf Digital-Photonics-Technologie
  • KI-Rechenzentren als neues Wachstumsfeld

Der österreichische Chip-Konzern steht vor dem Abschluss seines wichtigsten Deals in diesem Jahr. Der Verkauf des nicht-optischen Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro in bar soll im zweiten Quartal 2026 über die Bühne gehen. Noch fehlt die behördliche Genehmigung.

Die Transaktion verändert die Bilanz grundlegend. Zusammen mit anderen Desinvestitionen rechnet Ams Osram mit Gesamterlösen von rund 670 Millionen Euro. Genug, um die jährlichen Finanzierungskosten von derzeit bis zu 300 Millionen Euro bis 2028 zu halbieren – auf unter 150 Millionen Euro.

Der Finanzvorstand will die Pro-forma-Verschuldungsquote von 3,3 auf 2,5 senken. Die Nettoverschuldung soll um knapp 35 Prozent fallen. Das Ziel: ein Verschuldungsgrad unter zwei.

Verkaufserlös mit Signalwirkung

Ende März lag die Nettoverschuldung bei 1,071 Milliarden Euro. Die liquiden Mittel betrugen 1,317 Milliarden Euro. Nach dem Infineon-Deal verbessert sich diese Position deutlich.

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Das veräußerte Sensorgeschäft ist klein. Es machte weniger als sieben Prozent des Konzernumsatzes und rund zehn Prozent des bereinigten EBITDA aus. Die Botschaft ist klar: Ams Osram wird ein reines Digital-Photonics-Unternehmen.

Neues Feld: KI-Rechenzentren

Parallel zum Schuldenabbau sucht der Konzern neues Wachstum. Im Bereich KI-Photonik gibt es eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden Rechenzentrum-Infrastrukturpartner. Ziel ist die Kommerzialisierung der Digital-Photonics-Technologien für optische Verbindungen.

Ams Osram überträgt seine bewährte EVIYOS-MicroLED-Technologie auf optische KI-Verbindungen der nächsten Generation. Die sogenannten „Slow-and-Wide“-Verbindungen bieten Vorteile bei Energieeffizienz, Wärmemanagement und Skalierbarkeit.

Ein weiteres Feld: KI-gestützte Smart Glasses. Das Management will kritische Systemkomponenten liefern.

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Die Basis: Solide Q1-Zahlen

Das erste Quartal 2026 lieferte einen Umsatz von 796 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 820 Millionen Euro – der Rückgang ist auf Währungseffekte und den Abbau von Nicht-Kernaktivitäten zurückzuführen. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 16,5 Prozent und lag damit am oberen Ende der Prognose.

Der freie Cashflow drehte ins Positive: von minus 28 auf plus 37 Millionen Euro. Für das zweite Quartal erwartet das Management Erlöse zwischen 725 und 825 Millionen Euro bei einer EBITDA-Marge von rund 15,5 Prozent. Für 2026 bleibt die Prognose eines freien Cashflows von über 300 Millionen Euro bestehen. Ab 2027 soll der Konzern ohne weitere Desinvestitionen positiven Cashflow erwirtschaften.

Die Aktie notiert am Montag bei 19,20 Euro – ein Plus von knapp 126 Prozent seit Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 26,70 Euro ist der Kurs allerdings noch rund 28 Prozent entfernt. Der RSI liegt bei 47,5 Punkten, neutral. Kurzfristige Treiber sind die Fortschritte bei MicroLED und Optical Interconnect sowie die sichtbaren Desinvestitionserfolge. Belastend wirken dagegen die Verschuldung, anhaltende Verluste und Währungsrisiken.

Der Infineon-Deal ist ein entscheidender Schritt. Ob die neue Digital-Photonics-Strategie den Konzernumbau mit Substanz füllt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

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