Der Aufsichtsrat von ams OSRAM setzt auf Kontinuität in der Führungsebene. Wie der Konzern am Donnerstag bekannt gab, wurde das Mandat des Vorstandsvorsitzenden Aldo Kamper vorzeitig bis zum 30. September 2031 verlängert. Der neue Vertrag des Managers tritt zum 1. Oktober 2026 in Kraft. Damit stärkt das Gremium dem CEO den Rücken für die Fortsetzung der strategischen Neuausrichtung des Halbleiterherstellers.

CEO Aldo Kamper erhält langfristige Vertragsverlängerung

Neben der personellen Stabilität vermeldet das Unternehmen Fortschritte bei der operativen Straffung. Am 28. Juli unterzeichnete ams OSRAM eine Markenlizenzvereinbarung mit USHIO Industry & Entertainment für den Bereich der professionellen technischen Beleuchtung. Diese Kooperation folgt auf den zum 1. Juli vollzogenen Verkauf des Geschäfts mit nicht-optischen Analog-/Mixed-Signal-Sensoren an Infineon, der dem Unternehmen einen Barpreis von 570 Millionen Euro einbrachte.

Strategische Desinvestitionen stärken Liquidität

Zudem bereitet der Halbleiterspezialist weitere Desinvestitionen vor, um sich auf das Kerngeschäft mit AI Photonics und Augmented-Reality-Anwendungen zu konzentrieren. Hierzu wurde im Mai eine Vereinbarung mit indie Semiconductor Inc. über die Veräußerung des CMOS-Bildsensor-Geschäfts für 40 Millionen Euro in bar getroffen. Durch den Rückzug aus Randbereichen will das Management die Komplexität reduzieren und die Profitabilität steigern.

An der Börse wird dieser Kurs honoriert. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Aktie ein deutliches Plus von 105,46 Prozent. Zuletzt notierte das Wertpapier bei 17,30 Euro.

Fokus auf Cashflow und bevorstehende Halbjahreszahlen

Die finanzielle Restrukturierung wurde im Mai durch eine umfangreiche Kapitalmaßnahme untermauert. ams OSRAM platzierte eine vorrangige Anleihe im Volumen von einer Milliarde Euro mit einem Kupon von 7,250 Prozent. Diese langfristige Finanzierung dient der Absicherung der künftigen Entwicklung. Operativ gelang bereits ein wichtiger Meilenstein: Zu Jahresbeginn erwirtschaftete das Unternehmen einen positiven freien Cashflow in Höhe von 37 Millionen Euro.

Spannung verspricht nun der für August erwartete Zwischenbericht für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026. Anleger werden genau prüfen, ob sich die Stabilisierung der Finanzlage fortgesetzt hat. Aktuell bewegt sich der Kurs etwa 34,93 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für die künftige Marktpräsenz setzt der Konzern zudem auf Fachmessen wie die electronica im November, um technologische Fortschritte im Bereich der KI-Rechenzentren zu präsentieren.