Die Aktie von Ams Osram hat eine schwierige Woche hinter sich. Seit dem 52-Wochen-Hoch vor fünf Tagen bei 26,10 Euro fiel der Kurs um 17,6 Prozent. Am Freitag schloss das Papier bei 21,50 Euro – ein Minus von 2,7 Prozent zum Vortag.
Trotz des Rücksetzers steht die Aktie auf Jahressicht stark da: plus 153 Prozent. Der RSI von 51 signalisiert eine neutrale Lage. Viel wichtiger als die kurzfristige Kursbewegung ist jedoch, was in der kommenden Woche in Brüssel passiert.
EU will heimische Halbleiter stärken
Am Mittwoch, den 3. Juni, stellt die EU-Kommission die Details ihres „Chips Act 2.0“ vor. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Halbleiterimporten aus den USA und Asien zu reduzieren. Ein Kernpunkt: Europäische Chips sollen bei Käufen der Mitgliedsstaaten Vorrang erhalten.
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Der Investitionsbedarf bis 2035 wird auf rund 120 Milliarden Euro beziffert. Aktuell produziert die EU nur etwa zehn Prozent der weltweiten Halbleiter. Das neue Ziel lautet 20 Prozent bis 2030. Für einen Hersteller wie Ams Osram, der in der Nische für Sensor- und Optoelektronik-Chips aktiv ist, könnten die neuen Förderrichtlinien die Wettbewerbsposition deutlich verbessern.
Starke Analysten, hohe Verschuldung
Die großen Investmentbanken bleiben zuversichtlich. JPMorgan stuft Ams Osram mit „Overweight“ und einem Kursziel von 23,60 Schweizer Franken ein. Jefferies sieht den Wert bei 21 Franken als Kauf, die UBS ebenfalls mit „Buy“. Doch die Bewertung ist nicht billig: Der Kurs liegt rund 46 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 14,70 Euro.
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Die größte Baustelle bleibt die Bilanz. Erst kürzlich platzierte der Konzern eine Milliardenanleihe mit 7,25 Prozent Zins und Laufzeit bis 2032. Das Management peilt ab dem Geschäftsjahr 2027 einen positiven freien Cashflow an. Parallel dazu treibt Ams Osram die Modernisierung voran – unter anderem eine Fabrik aus dem Jahr 1961 wird mit KI und digitalen Zwillingen optimiert, um die Ausbeute zu steigern und Kosten zu senken.
Am 3. Juni entscheidet sich, ob die EU den heimischen Halbleitern einen kräftigen Schub verleiht. Für Ams Osram könnte das der nächste Kurstreiber sein – oder die Enttäuschung, wenn die Fördertöpfe kleiner ausfallen als erhofft.
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