Bei Ams Osram endet heute eine wichtige HV-Frist. Aktionäre konnten bis zum 29. Mai 2026 Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat einreichen. Das klingt nach Formalie, trifft aber auf eine Phase, in der der Sensor- und Photonik-Konzern seine Bilanz spürbar umbaut.
Die ordentliche Hauptversammlung ist für den 10. Juni 2026 in Premstätten angesetzt. Auf der Agenda stehen auch die Entlastung für das Geschäftsjahr 2025 und die Wahl des Abschlussprüfers.
Bilanzumbau bleibt der rote Faden
Ams Osram arbeitet weiter daran, Schulden zu senken und das Portfolio enger auszurichten. Im ersten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 796 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 16,5 Prozent und damit am oberen Ende der eigenen Prognose.
Der freie Cashflow fiel positiv aus. Er erreichte 37 Millionen Euro, einschließlich Veräußerungserlösen. Das ist wichtig, weil der Konzern seine finanzielle Beweglichkeit erhöhen will.
Im Mai setzte Ams Osram mehrere Schritte um oder bereitete sie vor:
- Verkauf des CMOS-Bildsensor-Geschäfts an indie Semiconductor für 40 Millionen Euro in bar.
- Erwarteter Abschluss des Verkaufs nicht-optischer Sensoren an Infineon zur Jahresmitte 2026.
- Platzierung einer Anleihe über 1 Milliarde Euro mit einem Kupon von 7,250 Prozent und Laufzeit bis Mai 2032.
Die Refinanzierung ist der wichtigste Hebel. Ams Osram will damit teurere ausstehende Anleihen zurückzahlen und die jährlichen Zinskosten um rund 40 Millionen Euro senken. Das Closing wird für den Zeitraum um den 1. Juni 2026 erwartet.
Aktie stark gelaufen, Schwankungen hoch
Die Aktie notiert aktuell bei 22,30 Euro, ein Tagesplus von 0,45 Prozent. Damit bleibt der Kurs nahe an den jüngsten Hochs, auch wenn die Bewegung kurzfristig abgekühlt ist.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 162,35 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch liegt die Aktie allerdings 14,56 Prozent entfernt. Kein Wunder, dass der Markt nach dem starken Lauf genauer auf jeden Hinweis zur Bilanz und zum Ausblick schaut.
Die Volatilität bleibt hoch. Der annualisierte Wert für die vergangenen 30 Tage liegt bei 116,76 Prozent, während der RSI mit 51,0 keine extreme Überhitzung signalisiert.
Ausblick hängt an Cashflow und Photonik
Für das zweite Quartal stellt der Vorstand einen Umsatz zwischen 725 und 825 Millionen Euro in Aussicht. Das Unternehmen rechnet weiter mit Belastungen aus Verkäufen von Geschäftsteilen und Währungseffekten.
Der strategische Fokus wandert stärker in Richtung Digitale Photonik. Dazu gehört eine Entwicklungsvereinbarung mit einem führenden Partner für AI-Photonik-Lösungen für KI-Rechenzentren, die im Rahmen der Quartalszahlen genannt wurde.
Bis zur Hauptversammlung rückt nun die Governance-Seite in den Vordergrund. Operativ zählen danach vor allem zwei Punkte: der Abschluss der Infineon-Transaktion zur Jahresmitte und die Umsetzung der Refinanzierung, die Ams Osram beim Ziel eines positiven freien Cashflows ab 2027 näherbringen soll.
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