Die Aktie von ams-OSRAM verzeichnet am heutigen Dienstag einen Kursrückgang von 3,6 % auf 18,70 Euro. Damit setzt sich die volatile Tendenz fort, nachdem der Wert bereits seit der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen vor gut drei Wochen rund 7,9 % an Boden verloren hat.

Dennoch weist das Papier im bisherigen Jahresverlauf eine positive Bilanz auf und notiert seit Jahresbeginn insgesamt 122 % im Plus. Die Kursbewegung findet vor dem Hintergrund einer tiefgreifenden Transformation statt, bei der sich das Unternehmen von Randbereichen trennt, um die Verschuldung zu reduzieren und den Fokus auf optische Lösungen zu schärfen.

Schuldenabbau durch gezielte Desinvestitionen

Ein wesentlicher Pfeiler der Neuausrichtung ist die Veräußerung von Geschäftsbereichen, die nicht zum Kernportfolio der optischen Sensorik gehören. Bereits am 1. Juli schloss ams-OSRAM den Verkauf seines Bereichs für nicht-optische Sensoren an Infineon erfolgreich ab.

Diese Transaktion spülte dem Unternehmen einen Barbetrag von 570 Millionen Euro in die Kasse. Medienberichten zufolge dient dieser Erlös maßgeblich der Stärkung der Bilanz und der Reduzierung der Zinslast.

In diesem Zusammenhang kündigte das Management an, innerhalb von 120 Tagen nach dem Abschluss des Infineon-Geschäfts eine Tender Offer zu starten. Geplant ist der Rückkauf von Wandelschuldverschreibungen mit Fälligkeit im Jahr 2027 sowie von vorrangigen Anleihen für das Jahr 2029 in einem Gesamtvolumen von 120 bis 150 Millionen Euro.

Parallel dazu wurde am 11. Mai die Veräußerung des CMOS-Sensor-Geschäfts an das kalifornische Unternehmen Indie Semiconductor für rund 40 Millionen Euro unterzeichnet. Der Abschluss dieses Geschäfts wird innerhalb der nächsten sechs Monate erwartet.

Operative Stabilisierung in der Transformationsphase

Trotz des laufenden Umbaus lieferte das Unternehmen für das zweite Quartal solide Kennzahlen. Mit einem Umsatz von 805 Millionen Euro übertraf ams-OSRAM die durchschnittlichen Erwartungen des Marktes von 778 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 16,9 % ebenfalls über dem Konsens von 15,5 %.

Für das laufende dritte Quartal gab das Unternehmen eine Umsatzprognose in einer Spanne von 770 bis 870 Millionen Euro aus. Mit dem Mittelwert von 820 Millionen Euro liegt diese Guidance etwa 3 % über den ursprünglichen Marktschätzungen.

Analysten von Jefferies hoben in einer Analyse vom 4. August die Fortschritte im Bereich Digital Photonics hervor. Den Experten zufolge bergen neue Lichttechnologien für Anwendungen in Smartbrillen und KI-Rechenzentren langfristig ein erhebliches Geschäftspotenzial.

Während das Unternehmen durch den Verkauf von Sparten kurzfristig an Umsatzvolumen verliert, soll die Konzentration auf diese hochmargigen Zukunftstechnologien die Profitabilität nachhaltig stützen.

Anleger richten ihr Augenmerk nun verstärkt darauf, wie effizient ams-OSRAM die liquiden Mittel aus den Verkäufen für den geplanten Schuldenrückkauf einsetzt und ob die operative Marge im kommenden Quartal stabil gehalten werden kann.