120 Jahre OSRAM – das klingt nach Feierlaune. Doch bei ams OSRAM fällt das Jubiläumsjahr mitten in eine Phase, in der der Konzern sein Portfolio verschlankt, Kosten drückt und die Bilanz stabilisieren will. Was zählt für Anleger am Ende mehr: Messeglanz oder harte Umbau-Fakten?
Heute hat ams OSRAM den Startschuss für das OSRAM-Jubiläumsjahr gegeben und einen großen Auftritt auf der Light + Building in Frankfurt (8. bis 13. März) angekündigt. Die Aktie notiert bei 9,76 Euro, nachdem sie zuletzt über die vergangenen 30 Tage um 9,17% zugelegt hat – auf 12-Monats-Sicht steht aber noch ein Minus von 7,92%.
Light + Building: Bühne für Anwendungen und Nachhaltigkeit
Auf der Messe will das Unternehmen Lösungen für Smart Buildings, urbane Infrastruktur und industrielle Anwendungen zeigen. Als zentrales Exponat nennt ams OSRAM einen „Emergency Hub“, der Sensorik, Signalgebung und funktionale Beleuchtung kombiniert. Zum Einsatz kommt dabei auch die LED-Lösung EVIYOS Shape für dynamische Projektionen in sicherheitskritischen Anwendungen.
Neu ist außerdem eine Papierrolle für den Transport von LED-Komponenten, die Kunststoffrollen ersetzen soll. Laut Unternehmen senkt sie den CO₂-Fußabdruck um rund 80%, spart Kunststoff und ist ein Drittel leichter – bei vergleichbaren Kosten.
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Der strategische Kern: Verkäufe, Schuldenabbau, „Simplify“
Der Messeauftritt ist nur die eine Seite. Die andere ist die laufende Neuausrichtung zum „Digital Photonics Powerhouse“. Anfang Februar meldete ams OSRAM den Verkauf des nicht-optischen Analog-/Mixed-Signal-Sensorgeschäfts an Infineon für 570 Mio. Euro in bar. Die Einheit brachte 2025 laut Angaben rund 220 Mio. Euro Umsatz und etwa 60 Mio. Euro bereinigtes EBITDA.
Zusammen mit dem bereits angekündigten Verkauf des Specialty-Lamps-Geschäfts an Ushio summieren sich die Erlöse auf rund 670 Mio. Euro. Der Konzern erwartet, dass die Pro-forma-Verschuldungsquote dadurch von 3,3x auf 2,5x sinkt.
Parallel läuft das neue Transformations- und Sparprogramm „Simplify“. Bis 2028 sollen zusätzliche laufende Einsparungen von 200 Mio. Euro erreicht werden. Betroffen sind rund 2.000 Arbeitsplätze, etwa die Hälfte in Europa.
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2026 als Übergangsjahr: Guidance und Belastungsfaktoren
Operativ bleibt 2026 laut Management ein Übergangsjahr. Für das erste Quartal stellt ams OSRAM Umsätze von 710 bis 810 Mio. Euro in Aussicht, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 15% plus/minus 1,5 Prozentpunkte. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern eine moderate Umsatzabschwächung – unter anderem wegen der Desinvestitionen und eines schwächeren US-Dollar.
Beim bereinigten EBITDA nennt das Unternehmen mehrere Belastungen: Einmaleffekte rund um die Verkäufe, verbleibende Fixkosten („Stranded Costs“), höhere Edelmetallpreise sowie weitere Faktoren. Die jährlichen Finanzierungskosten beziffert ams OSRAM in der Übergangsphase auf rund 250 bis 300 Mio. Euro; eine Refinanzierung der Senior Notes ist für 2027 angestrebt.
Unterm Strich setzt ams OSRAM auf zwei Hebel: Portfolio bereinigen und Kosten senken, während die Messe in Frankfurt die technologische Richtung unterstreichen soll. Konkrete nächste Fixpunkte sind der geplante Abschluss der Infineon-Transaktion im zweiten Quartal 2026 sowie die Veröffentlichung der Q1-Zahlen am 7. Mai 2026.
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