Ams Osram: Infineon-Deal wartet auf Kartellamt

Die Aktie von Ams Osram profitiert von der Hoffnung auf eine erfolgreiche Schuldentilgung durch den geplanten Verkauf von Geschäftsbereichen an Infineon, der noch auf die Genehmigung des Kartellamts wartet.

Ams Osram Aktie
Kurz & knapp:
  • Kartellamt prüft Verkauf für 570 Millionen Euro
  • Deal soll hohe Zinslast drastisch reduzieren
  • Aktie notiert nahe Jahreshoch nach starkem Plus
  • Goldpreise und Währungskurs belasten Ergebnis

Binnen eines Monats ist die Aktie von Ams Osram um fast 50 Prozent nach oben geschossen. Anleger wetten massiv auf eine finanzielle Neuausrichtung des Sensorenherstellers. Der wichtigste Baustein für den Schuldenabbau liegt allerdings noch unangetastet in Bonn. Das Bundeskartellamt prüft aktuell den geplanten Verkauf von Unternehmensteilen an Infineon.

Das Herzstück des Konzernumbaus ist die Abgabe des nicht-optischen Sensorgeschäfts. Der Kaufpreis von rund 570 Millionen Euro soll frisches Kapital in die Kasse spülen. Seit März liegt der Vorgang unter dem Aktenzeichen V-31/26 bei der Wettbewerbsbehörde. Eine Entscheidung wird noch im laufenden zweiten Quartal erwartet.

Gibt die Behörde grünes Licht, plant das Management einen drastischen Einschnitt bei den Verbindlichkeiten. Ams Osram will hochverzinsliche Anleihen aus dem Jahr 2023 vorzeitig ablösen. Deren Kupons von bis zu 12,25 Prozent belasten die Bilanz derzeit enorm. Durch die geplante Tilgung ließen sich die jährlichen Finanzierungskosten auf unter 150 Millionen Euro halbieren.

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Die Börse nimmt ein Gelingen dieser Refinanzierung offenbar bereits vorweg. Mit einem aktuellen Kurs von 13,30 Euro notiert das Papier nur knapp unter seinem Jahreshoch. Seit Januar summiert sich das Kursplus auf rund 56 Prozent.

Operativer Gegenwind bremst Euphorie

Abseits der Bilanzsanierung kämpft Ams Osram mit handfesten Problemen im Tagesgeschäft. Ein starker US-Dollar und historisch hohe Goldpreise belasten das Ergebnis voraussichtlich mit 50 Millionen Euro. Da das Edelmetall für die Halbleiterfertigung unverzichtbar ist, drückt diese Entwicklung direkt auf die Profitabilität.

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Entsprechend gemischt fallen die Einschätzungen der Analysten aus. Simon Coles von Barclays senkte sein Kursziel auf zehn Schweizer Franken und begründet dies mit einer schwächeren Smartphone-Nachfrage. Die UBS rät hingegen mit einem Ziel von 13,40 Franken zum Kauf. Rückenwind kommt von der Ratingagentur Moody’s, die den Ausblick wegen der möglichen Entschuldung auf „positiv“ anhob.

Wichtige Termine im Blick

Der weitere Fahrplan für Investoren ist eng getaktet. Am 7. Mai präsentiert der Vorstand die Geschäftszahlen für das erste Quartal. Der Umsatz soll laut Prognose zwischen 710 und 810 Millionen Euro liegen.

Am 10. Juni folgt die Hauptversammlung des Konzerns. Spätestens zu diesem Termin erhoffen sich Marktbeobachter ein entscheidendes Update zum Genehmigungsverfahren aus Bonn. Fließt der Erlös aus dem Infineon-Deal wie geplant, rückt das langfristige Unternehmensziel einer operativen Marge von 25 Prozent bis zum Jahr 2030 wieder in greifbare Nähe.

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