Der österreichische Anlagenbauer Andritz zeigt sich operativ robust und erhält derzeit Rückenwind von Analystenseite, während die Aktie am breiten Markt eine kurze Verschnaufpause einlegt. Trotz neuer Aufträge aus Malaysia und Indien sowie angehobener Preisprognosen gibt das Papier im heutigen Handelsverlauf leicht nach.

Optimismus trotz heutiger Kursverluste

Am heutigen Dienstag verzeichnet die Aktie von Andritz einen Rückgang von 2,0 Prozent auf 79,30 Euro. Diese kurzfristige Korrektur steht jedoch im Gegensatz zu einem starken Trend seit Jahresbeginn, in dem der Wert um insgesamt 19 Prozent zulegen konnte. Die Marktstimmung wird dabei maßgeblich von neuen Expertenbewertungen gestützt. So hob die Deutsche Bank am Donnerstag ihr Kursziel für den Anlagenbauer von 90,0 auf 95,0 Euro an und bestätigte ihre Kaufempfehlung.

Auch Oddo BHF zeigt sich zuversichtlicher für die weitere Entwicklung des Titels. Am Freitag passten die Analysten ihr Kursziel nach oben an und taxieren den Wert nun auf 80,0 Euro, nach zuvor 72,0 Euro. Die Einstufung beließen sie auf „Neutral“.

Diese Anpassungen folgen auf die Bestätigung der Jahresprognose für 2026, die das Unternehmen bereits Ende Juli im Zuge der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal und zum ersten Halbjahr vorgenommen hatte.

Neue Aufträge stärken Marktposition in Asien

Operativ konnte der Konzern in den vergangenen Tagen mehrere Erfolge vermelden. Medienberichten zufolge lieferte Andritz am 12. August eine neue Airlay-Linie an den malaysischen Produzenten MENANG aus. Die Anlage ermöglicht es dem Hersteller von Vliesstoffen, die Produktion nach einem verheerenden Großbrand wieder aufzunehmen. Nahezu zeitgleich wurde bekannt, dass der indische Holzwerkstoffhersteller Greenply eine zweite Pressurized-Refining-Anlage bestellt hat, was die Nachfrage nach spezialisierter Technik im asiatischen Raum unterstreicht.

Zusätzlich treibt der Konzern Projekte im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit voran. Bereits am 6. August berichtete das Unternehmen über den erfolgreichen Hochlauf einer Anlage zur Produktion von CO2-negativen Hanf-Dämmstoffen im schwedischen Malmö. Das Vorhaben wird in enger Zusammenarbeit mit dem Partner Ekolution umgesetzt und markiert einen weiteren Schritt in der Diversifizierung des Portfolios.

Cybersicherheits-Advisory für Steuerungssysteme

Auf technischer Ebene gab es am Samstag Neuigkeiten bezüglich der Cybersicherheit. Die US-Behörde CISA veröffentlichte Sicherheitswarnungen für die Steuerungssysteme HIPASE-250 und 250 SCALA. In den entsprechenden Advisories wurden insgesamt vier Schwachstellen identifiziert, die Softwareversionen bis zum Stand 7.20 betreffen. Den Berichten zufolge gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Erkenntnisse über eine öffentliche Ausnutzung dieser Sicherheitslücken durch Dritte.

Die Aktie bewegt sich aktuell in einem Umfeld, das von einer stabilen Auftragslage und deutlich positiven Analystenkommentaren geprägt ist. Derzeit beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das Anfang August erreicht wurde, rund 6,4 Prozent.