Der internationale Technologiekonzern Andritz stellt die Weichen für ein deutliches Wachstum im Bereich der Energieinfrastruktur. Wie am gestrigen Sonntag bekannt wurde, plant das Unternehmen eine massive Steigerung der Produktionskapazitäten für Turbogeneratoren.

Mit dem Abschluss einer wichtigen Erweiterungsphase am Standort Linz und vollen Auftragsbüchern bis zum Ende des Jahrzehnts reagiert der Konzern auf die steigende weltweite Nachfrage nach Modernisierungslösungen im Kraftwerkssektor.

Massive Kapazitätserweiterung am Standort Linz

Am Donnerstag vermeldete das Unternehmen den Abschluss des ersten Bauabschnitts zur Erweiterung der Fertigung in Linz. Ein 700 Quadratmeter großer Hallenzubau ermöglichte nach Konzernangaben bereits eine Verdopplung der bisherigen Kapazität.

Jürgen Holzer, Leiter der Sparte Turbogeneratoren, konkretisierte gestern die weiteren Ziele: Während im Jahr 2026 voraussichtlich zwölf Maschinen ausgeliefert werden, soll diese Zahl bis zum Jahr 2028 auf bis zu 46 Einheiten pro Jahr steigen. Die Auslastung scheint langfristig gesichert, da die Auftragsbücher der Sparte laut Holzer bereits bis 2030 gefüllt sind.

Parallel dazu treibt der Konzern die Internationalisierung seiner Handelsstruktur voran. Am Donnerstag startete der Handel von Andritz-Hinterlegungsscheinen (American Depositary Receipts, ISIN: US0345221024) auf der Handelsplattform XETRA. Dies soll den Zugang für internationale Investoren zum Wertpapier des Anlagenbauers erleichtern. Am Freitag veröffentlichte das Unternehmen zudem turnusgemäß Stimmrechtsmitteilungen im Rahmen der Transparenzpflichten an der Wiener Börse.

Auftragslage in Kanada, China und Indien

Neben dem Ausbau in Österreich meldete Andritz zuletzt mehrere Erfolge in Nordamerika und Asien. Am Donnerstag wurde ein Vertrag mit New Brunswick Power für die nächste Planungsphase zur Modernisierung des Wasserkraftwerks Mactaquac in Kanada unterzeichnet. Dieser Engineering-Auftrag für die 666-Megawatt-Anlage wird bereits im Auftragseingang für das laufende dritte Quartal verbucht.

Medienberichten zufolge sicherte sich der Konzern zudem am Mittwoch Folgeaufträge des chinesischen Herstellers Nanning Sun Paper. Diese umfassen Prozesstechnologien für eine dritte Zellstoffproduktionslinie sowie Systeme für eine Papiermaschine. Das Volumen dieses Auftrags bewegt sich im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Ein weiteres Großprojekt wurde am Dienstag bekannt: Der indische Konzern JSW Steel beauftragte Andritz mit der Lieferung einer kompletten Verzinkungsanlage für das Stahlwerk Toranagallu zur Produktion von hochfesten Automobilstählen. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2028 geplant.

Kursplus seit Jahresbeginn und Aktienrückkauf

An der Börse spiegeln sich die operativen Fortschritte in einer positiven Kursentwicklung wider. Zum Wochenschluss notierte das Papier am Freitag bei 82,50 Euro. Damit verzeichnet der Wert seit Jahresbeginn ein Plus von 24 Prozent. Mit dem aktuellen Kursniveau liegt die Aktie nur noch 2,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Anfang August bei 84,70 Euro markiert wurde.

Zusätzlich zur stabilen Auftragslage stützt ein großangelegtes Aktienrückkaufprogramm die Notierung. Dieses Programm, das bereits am 19. August startete, sieht Medienberichten zufolge ein Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro vor. Die Kombination aus Kapazitätsausbau im Energiebereich, einer breiten geografischen Diversifizierung der Aufträge und aktiver Kapitalpflege prägt derzeit das Profil des steirischen Konzerns am Kapitalmarkt.