Anglo American trennt sich im Eiltempo von seiner Diamantensparte De Beers. Der Verkauf soll laut Konzernchef Al Cook innerhalb weniger Wochen über die Bühne gehen. Damit macht der Bergbauriese den Weg frei für eine radikale Neuausrichtung auf Industriemetalle.

Zwei Jahre lang dauerten die Verhandlungen im Hintergrund. Nun drückt das Management aufs Tempo. Der Diamantenmarkt litt zuletzt drei Jahre unter schwacher Nachfrage, zeigt aber erste Erholungszeichen.

Als Käufer kommen Konsortien unter Beteiligung des Staates Botswana oder staatliche Investmentfonds infrage. Botswana hält bereits 15 Prozent an der Tochtergesellschaft.

Fokus auf Kupfer-Fusion

Parallel dazu treibt der Konzern die Fusion mit Teck Resources voran. Das neue Unternehmen Anglo Teck soll zu den fünf weltweit größten Kupferproduzenten aufsteigen. Die Aktionäre von Anglo American werden 62,4 Prozent am neuen Branchenriesen halten.

Vor Abschluss der Fusion plant das Management eine Sonderdividende. Diese soll ein Volumen von 4,5 Milliarden US-Dollar umfassen. Operativ läuft das Kupfergeschäft stabil: Im ersten Quartal stieg die Produktion um ein Prozent auf 170.400 Tonnen.

Analysten heben Kursziele an

Die Experten der Investmentbank Bernstein reagierten bereits auf die Entwicklung. Sie hoben das Kursziel für die Aktie an, belassen die Einstufung jedoch bei „Market Perform“.

Insgesamt bewerten 15 Analysten das Papier im Schnitt als „Outperform“. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 51,57 US-Dollar.

Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich aktuell auf rund 44 Milliarden Britische Pfund. Am 23. Juli veröffentlicht das Unternehmen den Produktionsbericht für das zweite Quartal.