Die Zahlen zum vierten Quartal 2025 hätten eigentlich Grund zur Freude geben können. Anora meldete das beste Schlussquartal seit der Fusion von Altia und Arcus im Jahr 2021. Das vergleichbare EBITDA kletterte um 7,7 Prozent auf 31,1 Millionen Euro, die Marge erreichte solide 16 Prozent. Dennoch: Die Aktie brach am Dienstag um 7,28 Prozent ein und schloss bei 4,14 Euro.
Der Grund für die Ernüchterung liegt wohl in der konservativen Prognose für 2026. Anora erwartet ein vergleichbares EBITDA zwischen 74 und 79 Millionen Euro – am Mittelwert gemessen liegt der Zuwachs unterhalb der angekündigten Kosteneinsparungen von 7 Millionen Euro durch Personalabbau. 68 Stellen wurden Ende 2025 gestrichen, die neue Organisationsstruktur ist seit dem 1. Januar 2026 aktiv.
Umsatz unter Druck
Der Konzernumsatz sank im vierten Quartal um 5,4 Prozent auf 194,3 Millionen Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem geringere Abfüllvolumen im Weingeschäft in Dänemark sowie der Verlust wichtiger Partnermarken im Spirituosensegment. Diese Partnerschaftsverluste werden laut CFO Stein Eriksen auch 2026 noch nachwirken – mit einem negativen Effekt von rund 1 Prozent auf die Umsatzentwicklung, konzentriert auf die erste Jahreshälfte.
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Die nordischen Monopolmärkte bleiben angespannt. Bereits das 18. Quartal in Folge verzeichneten sie Volumensrückgänge. Im vierten Quartal 2025 sanken die Gesamtvolumina um 4,3 Prozent, Spirituosen um 4,7 Prozent und Weine um 4,3 Prozent. Besonders betroffen waren Finnland mit minus 7,1 Prozent und Dänemark mit minus 6,6 Prozent.
Lichtblicke in Schweden
Während der Gesamtmarkt schwächelt, gelang Anora in Schweden ein bemerkenswerter Turnaround. Das Unternehmen eroberte die Position als am schnellsten wachsender Weinanbieter auf dem schwedischen Markt zurück und sicherte sich Platz zwei im Monopolkanal. Der schwedische Weinmarkt ist dabei fünfmal größer als der finnische – entsprechend bedeutsam ist dieser Erfolg.
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Marken wie Blossa im Glühwein-Segment und Koskenkorva bei Likören und Ready-to-Drink-Varianten lieferten starke Beiträge. Die Bruttomarge konnte konzernweit auf 45,1 Prozent gesteigert werden, alle drei Segmente trugen zur Verbesserung bei.
Starker Cashflow stabilisiert Bilanz
Der operative Cashflow erreichte im Gesamtjahr 50,3 Millionen Euro – ein Plus von 17,1 Millionen Euro gegenüber 2024. Die Nettoverschuldung sank auf 101,5 Millionen Euro, das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA verbesserte sich auf 1,4 von zuvor 1,8. Zur Bilanzstärkung trug auch ein konsequenter Lagerabbau bei: Die Bestände wurden im Jahr 2025 um 26,7 Millionen Euro auf 112,5 Millionen Euro reduziert.
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung am 14. April 2026 eine Dividende von 0,24 Euro je Aktie vor. Das entspricht einer Ausschüttung von insgesamt rund 16,5 Millionen Euro. CEO Kirsi Puntila betonte die Entschlossenheit, die „Fit, Fix, Focus“-Strategie konsequent umzusetzen und das Unternehmen zurück auf Wachstumskurs zu bringen. Ob die Investoren dieser Linie folgen, muss sich erst noch zeigen.
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