Apple fährt bei den neuen Pro-Modellen offenbar auf Sicht. Der Konzern hat Zulieferern aufgetragen, Komponenten für das iPhone 18 Pro und das 18 Pro Max in geringerer Menge zu fertigen. Die Aktie gab vorbörslich rund zwei Prozent nach und lag bei etwa 334 Dollar.

Speicherchips treiben die Preise

Die Bestellungen für Oktober liegen demnach mindestens 15 Prozent unter der ursprünglich georderten Menge, bei einzelnen Aufträgen sollen es bis zu 20 Prozent sein. Apple agiere laut dem Bericht seit Anfang September vorsichtiger bei den Lieferungen. Als Auslöser gelten stark gestiegene Preise für Speicherchips. Sie haben Apple zu höheren Verkaufspreisen gezwungen, was die Nachfrage gedämpft haben soll.

Die Geräte kosten voraussichtlich 1.199 Dollar für das Pro und 1.299 Dollar für das Pro Max, jeweils 100 Dollar mehr als die Vorgänger. Hinter der Knappheit steckt die Nachfrage der KI-Branche nach Speicher. Micron signalisierte zuletzt, dass die Engpässe bis weit ins Jahr 2027 anhalten dürften. Apple hatte bereits im Juni höhere Preise für iPad und MacBook mit Speicherkosten begründet.

Kein Beleg für schwache Verkäufe

Der Bericht betrifft Komponentenbestellungen, nicht tatsächliche Verkäufe. Die schwächere Nachfrage nach Bauteilen kann auch am geänderten Zeitplan liegen: Zuerst kommen die Premium-Modelle, das Basis-iPhone 18 und ein überarbeitetes iPhone Air sollen Anfang 2027 folgen. Zudem sah JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee schon Mitte September schwächere Lieferzeittrends als beim iPhone 17. Er vermutete, dass viele Kunden auf das faltbare Modell warten.

Das Gewicht des iPhone ist groß. Im Juni-Quartal stammte knapp die Hälfte des Konzernumsatzes aus dem Smartphone-Geschäft. Für das September-Quartal hatte Apple ein Umsatzplus von 9 bis 11 Prozent in Aussicht gestellt, enthalten sind aber nur die ersten Verkaufswochen der Pro-Modelle.

Betroffen wären auch Zulieferer mit hoher Abhängigkeit. Cirrus Logic erzielt rund 91 Prozent des Umsatzes mit Apple, bei Skyworks sind es etwa 67 Prozent.

Hohe Erwartungen an der Bewertung

Der Zeitpunkt ist heikel. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahreshoch von 345,34 Dollar und liegt seit Jahresbeginn rund 26 Prozent im Plus. Morgan Stanley senkte zuletzt das Kursziel auf 355 von 360 Dollar und sieht nach dem iPhone-Start begrenztes Aufwärtspotenzial. Kein Wunder, dass schon vage Nachfragesignale Gewicht bekommen.

Konkreten Aufschluss liefern zwei Termine. Am 13. Oktober lädt Apple unter dem Motto „Welcome Home“ zu einem Produktevent in New York ein, am 2. November folgen die Zahlen zum September-Quartal. Dann zeigt sich in den iPhone-Umsätzen und im Ausblick aufs Weihnachtsgeschäft, ob die gekürzten Bestellungen Vorsicht oder echte Nachfrageschwäche spiegeln.