Jahrelang lehnte Apple Touchscreens an Laptops ab. Jetzt steht das erste MacBook Pro mit berührungsempfindlichem Display im Handel an, vorgestellt bei einem Event in Los Angeles. Die Börse reagierte gelassen.

Touch als Option, nicht als Pflicht

Das Gerät läuft weiter mit macOS, nicht mit iPadOS. Wer Trackpad und Tastatur bevorzugt, muss nichts ändern. Software ohne Anpassung soll Touch trotzdem unterstützen, weil jede Berührung im Hintergrund in einen klassischen Klick umgesetzt wird. Entwickler wie Microsoft und Adobe können größere Bedienelemente nachliefern.

Apple positioniert das Modell für Profis, etwa für Nutzer, die 3D-Modelle mit den Fingern drehen oder Instrumente direkt auf dem Display spielen. Auch iPhone-Entwickler könnten profitieren, weil sie ihre Apps nun direkt am Mac testen können. Erste Eindrücke vom Event beschreiben die Bedienung als angenehm, den Alltag der meisten Nutzer dürfte sie aber kaum verändern.

Display, Dynamic Island und ein altes Bekannnte

Herzstück ist ein Display mit Tandem-OLED-Technologie, das bis zu 2.000 Nits Helligkeit erreichen soll. Es bietet tiefere Schwarztöne und höheren Kontrast, vor allem Kreative mit Bedarf an exakten Farben sind die Zielgruppe. Ein Quantensprung gegenüber den bisherigen Modellen ist es laut ersten Tests nicht.

Der Notch weicht einem Kameraloch. Erstmals bei einem MacBook zeigt die Dynamic Island Live-Aktivitäten und Siri an. Das Touch-Modell wiegt 1,38 Kilogramm und ist damit 230 Gramm leichter als das aktuelle 14-Zoll-Pro. Beim 16-Zoll-Modell beträgt die Ersparnis 320 Gramm. Ein neues Scharnier soll das Wackeln des Bildschirms beim Tippen verringern, fühlt sich aber ähnlich an wie bisher.

Sichtbarstes Merkmal: Das Apfel-Logo auf dem Deckel leuchtet wieder, erstmals seit dem MacBook Air von 2017. Im Publikum gab es dafür Applaus.

Hoher Preis, ruhiger Handel

In Deutschland startet das Touch-MacBook-Pro bei 3.299 Euro. In den USA kostet das 14-Zoll-Modell ab 2.899 Dollar, das 16-Zoll-Modell mindestens 3.399 Dollar. Der Preis verortet das Gerät klar im Premiumsegment.

Auch der Strategiewechsel ist bemerkenswert. Der heutige Apple-Chef John Ternus hatte 2021 noch erklärt, es gebe keinen Grund, die Trennung von Mac und Touch aufzugeben. Seine späteren Antworten fielen ausweichender aus.

An der Nasdaq gab die Aktie zeitweise 0,76 Prozent auf 344,45 Dollar nach. Der Markt wertet das Produkt offenbar als Ergänzung, nicht als Wachstumstreiber. Ob Kunden die hohen Preise akzeptieren, zeigen die ersten Verkaufszahlen nach dem Marktstart.