Apple, Rheinmetall & VW: Drei Strategien, ein Dilemma – wenn Partnerschaften die Zukunft neu sortieren

Apple integriert Googles KI in Siri, während VW und Mercedes mit Absatzrückgängen kämpfen. Der DAX erreicht trotzdem neue Rekordhöhen.

Apple, Rheinmetall & VW: Drei Strategien, ein Dilemma – wenn Partnerschaften die Zukunft neu sortieren
Kurz & knapp:
  • Apple lizenziert Googles Gemini für Siri
  • VW und Mercedes verlieren in China und USA
  • DAX markiert fünftes Allzeithoch im Jahr
  • EU erleichtert chinesischen E-Auto-Herstellern Marktzugang

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich sollte es ein ruhiger Wochenstart werden. Doch dann machte Apple eine Ankündigung, die das Kräfteverhältnis im KI-Rennen neu definieren könnte: Siri wird künftig auf Googles Gemini-Technologie setzen. Während der iPhone-Konzern damit seine KI-Schwächen eingesteht, schießt Alphabets Börsenwert erstmals über die 4-Billionen-Dollar-Marke. Gleichzeitig verkaufen Volkswagen und Mercedes weniger Autos als erhofft – China und die USA belasten. Und Rheinmetall? Die Aktie bewegt sich trotz solider Zahlen seitwärts, während der DAX ein neues Allzeithoch markiert. Drei Unternehmen, drei Strategien – und die Frage, wer am Ende das bessere Spiel spielt.

Wenn Apple kapituliert: Siri bekommt Googles Gehirn

Nach Jahren interner Versuche hat Apple eine bemerkenswerte Entscheidung getroffen: Die eigene KI-Entwicklung reicht nicht aus, um Siri zur versprochenen Super-Assistentin zu machen. Stattdessen lizenziert der Konzern Googles Gemini-Technologie – ein Eingeständnis, das Apple-Chef Tim Cook so nie formulieren würde, das aber zwischen den Zeilen klar wird. Bereits im Juni 2024 hatte Apple eine „besonders hilfreiche“ Siri versprochen, die Flugzeiten checkt, Verkehrslage analysiert und quer über Apps hinweg agiert. Im März 2025 folgte die Ernüchterung: Die Software sei „nicht verlässlich genug“, um ein Apple-Produkt zu sein.

Die Börse quittiert die Partnerschaft mit einem klaren Urteil: Apple-Aktien steigen moderat, Alphabet schießt nach oben. Erstmals erreicht der Börsenwert des Google-Mutterkonzerns die 4-Billionen-Dollar-Marke – ein symbolischer Meilenstein, der zeigt, wer im KI-Rennen derzeit das Tempo vorgibt. Für Apple-Anleger bleibt die Frage: Ist das pragmatische Einbinden fremder Technologie ein kluger Schachzug oder der Anfang einer gefährlichen Abhängigkeit? Immerhin konkurriert man mit Google nicht nur bei KI, sondern auch bei Smartphones, Betriebssystemen und Services.

Die deutsche Perspektive: Während US-Giganten ihre KI-Allianzen schmieden, bleibt Europa weitgehend außen vor. SAP und Siemens experimentieren mit eigenen Lösungen, doch die Schlagkraft eines Apple-Google-Deals erreicht niemand. Für Anleger bedeutet das: Wer auf KI-Gewinner setzt, kommt an den US-Titeln kaum vorbei – europäische Alternativen bleiben rar.

Volkswagen und Mercedes: Wenn China nicht mehr liefert

Der VW-Konzern lieferte 2025 weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge aus – ein halbes Prozent weniger als im Vorjahr. Mercedes verkaufte sogar zehn Prozent weniger Pkw und Vans. Die Gründe sind bekannt, die Zahlen machen das Ausmaß aber erst greifbar: In China brach der VW-Absatz um acht Prozent ein, in den USA um über zehn Prozent. Bei Mercedes fiel der China-Rückgang mit 19 Prozent noch drastischer aus. Dort sitzt das Geld nicht mehr so locker, und lokale Elektroauto-Anbieter setzen die deutschen Premiumhersteller unter massiven Preisdruck.

Interessant ist der Blick auf Europa: Hier legte VW um 3,8 Prozent zu, auch dank eines kräftigen E-Auto-Plus von 66 Prozent. Fast jeder neunte VW-Neuwagen war 2025 ein Batteriefahrzeug – ein Hoffnungsschimmer, der aber die Verluste in Übersee nicht ausgleicht. Mercedes konnte im vierten Quartal zumindest eine leichte Erholung gegenüber dem Vorquartal verbuchen, doch die Jahreszahlen bleiben ernüchternd. Die Kundenaufträge für den neuen elektrischen CLA und GLC lägen „deutlich über den Erwartungen“, heißt es aus Stuttgart – ein Versprechen, das sich erst noch bewahrheiten muss.

Für deutsche Anleger ist die Lage verzwickt: Einerseits sind VW und Mercedes systemrelevante Arbeitgeber mit enormer Bedeutung für die Wirtschaft. Andererseits zeigen die Absatzzahlen, dass die Transformation hin zu E-Mobilität und neuen Märkten holpriger verläuft als erhofft. Wer hier investiert, setzt auf ein Comeback – und braucht Geduld.

DAX auf Rekordjagd – aber nicht alle profitieren

Während VW und Mercedes schwächeln, markierte der DAX am Montag sein fünftes Allzeithoch in diesem Jahr. Mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 25.405 Punkte zeigt sich Deutschlands Leitindex erstaunlich robust. Fresenius Medical Care legte um 2,9 Prozent zu, nachdem der Dialyseanbieter sein Aktienrückkaufprogramm beschleunigte. Beiersdorf gewann 3,1 Prozent, Konsumwerte profitierten von Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung.

Rheinmetall hingegen gab trotz solider Fundamentaldaten 0,5 Prozent nach – eine Korrektur nach dem jüngsten Höhenflug. Die Aktie hatte in den Vorwochen kräftig zugelegt, nun nehmen Anleger Gewinne mit. Dass der Rüstungskonzern TKMS ein Gebot für German Naval Yards Kiel abgegeben hat, sorgt zwar für Fantasie, doch kurzfristig dominiert Gewinnmitnahme. Renk gewann hingegen 3,2 Prozent – ein Zeichen dafür, dass der Rüstungsboom selektiv wirkt.

Anzeige: Die jüngsten Kursbewegungen bei Rheinmetall und anderen DAX-Werten zeigen, wie volatil die Märkte aktuell sind. Trading-Experte Carsten Müller hat ein System entwickelt, das solche Schwankungen systematisch nutzt – mit Rheinmetall erzielte er beispielsweise +136,5% Gewinn in einem einzigen Trade. In seinem kostenlosen Webinar erklärt er, wie Sie mit klaren Signalen zweimal pro Woche von solchen Marktbewegungen profitieren können, egal ob bei Rüstung, Tech oder Energie. Details zur Cash-Rallye-Strategie

Die Mischung aus Rekord-DAX und schwächelnden Einzelwerten zeigt: Der Index wird von wenigen Schwergewichten getragen, während viele Titel seitwärts laufen oder korrigieren. Für Anleger heißt das: Nicht blind auf den DAX-Stand schauen, sondern genau hinsehen, wer wirklich profitiert.

EU öffnet China-Autobauern die Hintertür

Eine neue Leitlinie der EU-Kommission könnte die Zollstreitigkeiten mit China entschärfen – allerdings zu einem Preis, der europäischen Herstellern nicht schmecken dürfte. Chinesische Autobauer können künftig Mindestpreise für ihre E-Autos festlegen und so die 2024 eingeführten Zusatzzölle umgehen. Auch Investitionen in der EU oder eine Begrenzung der Exporte werden positiv angerechnet. Klingt nach Kompromiss, ist aber aus Sicht von Analysten ein „weiterer großer Sieg für die chinesischen Hersteller“.

BMW und VW könnten theoretisch profitieren, da sie in China produzierte Autos günstiger in die EU schiffen können. Doch der Konkurrenzkampf durch chinesische Marken dürfte sich verschärfen, und weniger wettbewerbsfähige europäische Produktionskapazitäten werden weiter entwertet. Die Citigroup warnt: Die neue Leitlinie könne Europas Autobauern nicht auf dem chinesischen Markt helfen – dort sei es „unvermeidbar“, dass sie weitere Marktanteile verlieren.

Für Anleger ist das ein zweischneidiges Schwert: Einerseits könnten Zollkonflikte abgemildert werden, andererseits steigt der Druck auf europäische Hersteller. Wer auf VW, Mercedes oder BMW setzt, sollte sich bewusst sein, dass die Konkurrenz aus Fernost nicht nur in China, sondern zunehmend auch in Europa angreift.

Ausblick: Berichtssaison und geopolitische Risiken

Die kommenden Wochen bringen Klarheit: Am 12. Februar legt Mercedes seine Gesamtjahreszahlen vor, VW folgt am 20. Januar mit einem detaillierten Auslieferungsbericht. Parallel startet in den USA die Berichtssaison für das vierte Quartal – die Deutsche Bank erwartet, dass die S&P-500-Unternehmen ihre Gewinne um 15 Prozent steigern und damit die Konsenserwartungen um 5,5 Prozentpunkte übertreffen. Sollte das eintreten, dürfte eine schärfere Korrektur an den Börsen vorerst ausbleiben.

Geopolitisch bleibt die Lage angespannt: Die Massenproteste im Iran setzen die Führung unter Druck, US-Präsident Donald Trump erwägt Militärschläge und hat den Demonstranten Unterstützung zugesagt. Noch reagieren die Ölpreise ruhig, doch das könnte sich schnell ändern. Fluglinien wie TUI und Lufthansa stehen bereits unter Druck – die Furcht vor einer Eskalation sitzt tief.

Für Anleger heißt das: Die Märkte sind robust, aber nicht immun. Wer jetzt investiert, sollte sowohl die Chancen der Berichtssaison als auch die Risiken geopolitischer Verwerfungen im Blick behalten. Apple hat seine KI-Strategie neu sortiert, VW und Mercedes kämpfen um Marktanteile – und der DAX klettert trotzdem auf Rekordhöhe. Drei Strategien, ein Dilemma: Wer am Ende gewinnt, entscheidet sich in den kommenden Wochen.

Bis morgen – und bleiben Sie wachsam!

Beste Grüße
Andreas Sommer

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