Massive Verluste belasten Applied Materials. Die Aktie sackt heute um 7,54 Prozent auf 421,05 Euro ab. Der US-Technologiekonzern kämpft gegen eine branchenweite Verkaufswelle, die den gesamten Halbleitersektor erfasst hat.
Konkurrenz aus Fernost
Der Verkaufsdruck hat einen konkreten Ursprung in Shanghai. Ein staatlich geförderter Konkurrent hat die Massenproduktion eigener Lithografie-Maschinen gestartet. Dieser technologische Durchbruch gefährdet die westliche Dominanz auf dem chinesischen Markt erheblich. China forciert seine Unabhängigkeit in der Chip-Lieferkette aggressiv.
Parallel dazu belasten politische Hürden das Geschäft. Strengere US-Exportkontrollen schränken den Spielraum des Unternehmens ein. Das Management kalkuliert für das Geschäftsjahr 2026 bereits mit Umsatzeinbußen von bis zu 710 Millionen Dollar durch diese Handelsbeschränkungen.
Analysten setzen auf Erholung
Trotz der aktuellen Kursverluste gibt es optimistische Stimmen. Die Großbank HSBC sieht in dem Rücksetzer eine Kaufchance. Die Analysten hoben das Kursziel deutlich von 522 auf 683 Dollar an. Experten erwarten, dass der weltweite Markt für Halbleiterausrüstung bis 2028 auf ein Volumen von 272 Milliarden Dollar anschwillt. Das entspräche einem Wachstum von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wirtschaftlich steht der Konzern derweil auf einem starken Fundament. Im jüngsten Quartal kletterte der Umsatz um elf Prozent auf den Rekordwert von 7,91 Milliarden Dollar. Für das Kalenderjahr 2026 stellt der Vorstand in der Sparte für Halbleiterequipment ein Wachstum von über 30 Prozent in Aussicht.
Dividende und Ausblick
Anleger profitieren weiterhin von der hohen Cash-Generierung des Unternehmens. Applied Materials schüttet im September 2026 eine Quartalsdividende von 0,53 Dollar je Aktie aus.
Aus technischer Sicht nähert sich das Papier mit einem RSI-Wert von 38,3 langsam einer überverkauften Zone. Die nächsten entscheidenden Impulse liefert der Quartalsbericht im August 2026. Dann wird sich zeigen, ob die starke Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz die wegbrechenden Umsätze in China kompensieren kann.
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