Arafura Rare Earths steht kurz vor dem Startschuss für sein Nolans-Projekt in Australiens Northern Territory. Ein einziger fehlender Liefervertrag trennt das Unternehmen noch vom finalen Investitionsentscheid.
Die Ausgangslage ist klar: Arafura hat bereits bindende Abnahmeverträge für 66 Prozent seiner geplanten Jahresproduktion gesichert. Die Kreditgeber verlangen 80 Prozent, bevor sie die Projektfinanzierung freigeben. Die Lücke entspricht rund 1.200 Tonnen Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr) pro Jahr. Das Management verhandelt aktiv mit mehreren Parteien in Korea, Europa und den USA — und erwartet einen Abschluss noch in diesem Quartal.
KfW steigt ein, Abstimmung naht
Deutschlands staatliche Förderbank KfW hat bereits ein klares Zeichen gesetzt. Gemeinsam mit der australischen Exportfinanzierungsbehörde EFA hat sie bindende Zeichnungsvereinbarungen über insgesamt 230 Millionen australische Dollar unterzeichnet. KfW steuert 84 Millionen davon bei — im Auftrag des deutschen Rohstofffonds. Im Gegenzug erhält die Bank einen Sitz im Verwaltungsrat sowie Vetorechte bei Abnahme- und Projektentwicklungsverträgen.
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Das ist ungewöhnlich für einen börsennotierten australischen Bergbaukonzern. Es zeigt aber, wie strategisch wichtig Seltene-Erden-Lieferketten für Berlin geworden sind.
Am 10. Juni 2026 stimmen die Aktionäre über eine Kapitalerhöhung von bis zu 230 Millionen australischen Dollar ab. Dafür sollen rund 937 Millionen neue Aktien ausgegeben werden — zu einem Kurs, der etwa zehn Prozent unter dem jüngsten Handelsdurchschnitt liegt. Bestehende Aktionäre müssen also eine erhebliche Verwässerung hinnehmen. Scheitert die Abstimmung, fällt das gesamte Finanzierungspaket. Alle Bedingungen müssen bis zum 1. Dezember 2026 erfüllt sein, sonst verfallen die Zusagen.
Baureife und Rückenwind
Arafura hat die Wartezeit genutzt. Das EPCM-Team ist mobilisiert, Hatch als bevorzugter Generalplaner ernannt. Auf dem Projektgelände nördlich von Alice Springs hat das Unternehmen ein Camp mit mehr als 200 Zimmern erworben. Der Kassenbestand lag Ende März 2026 bei 561 Millionen australischen Dollar.
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Das Makroumfeld spielt Arafura in die Hände. China kontrolliert rund 90 Prozent der weltweiten Seltene-Erden-Produktion. Seit April 2025 verschärft Peking die Exportkontrollen für schwere Seltene Erden. Automobilhersteller in den USA und Europa kämpfen um Permanentmagnete — manche mussten Produktionslinien vorübergehend drosseln.
NdPr handelte zuletzt zwischen 100 und 130 US-Dollar je Kilogramm. Das Analysehaus Argonaut hat seine mittelfristigen NdPr-Preiserwartungen daraufhin um 14 bis 65 Prozent angehoben.
Gelingt der fehlende Offtake-Abschluss noch vor der Hauptversammlung am 10. Juni, könnte Arafura den finalen Investitionsentscheid noch im zweiten Quartal treffen. Vier Monate nach diesem Entscheid soll der Bau beginnen — erste Produktion ist für die zweite Jahreshälfte 2029 geplant.
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