Die Sicherung kritischer Rohstoffe wird für westliche Industriestaaten zunehmend zur Priorität. Das spürt aktuell auch Arafura Rare Earths: Mit verbindlichen Zusagen über rund 230 Millionen Australische Dollar von staatlichen Institutionen aus Deutschland und Australien macht das Unternehmen einen großen Schritt bei der Finanzierung seines Nolans-Projekts. Anleger reagieren prompt auf die neu gewonnene Planungssicherheit.

Rabatt für staatliche Geldgeber

Die Kapitalmaßnahme setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen. Die deutsche KfW steuert im Auftrag des Rohstofffonds 50 Millionen Euro bei, was etwa 84 Millionen Australischen Dollar entspricht. Weitere 146 Millionen Dollar fließen über die Export Finance Australia aus einem speziellen Fonds der australischen Regierung für kritische Mineralien.

Für dieses Engagement erhalten die staatlichen Geldgeber einen Vorzugspreis. Mit 0,2447 Dollar je neuer Aktie liegt der Ausgabepreis zehn Prozent unter dem volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 20 Handelstage bis zum 30. März 2026.

Unabhängigkeit bei Seltenen Erden

Hinter diesem staatlichen Interesse steht ein klares industriepolitisches Ziel. Das Nolans-Projekt im australischen Northern Territory soll eine zuverlässige Quelle für Neodym und Praseodym (NdPr) werden. Diese Seltenen Erden sind unverzichtbar für den Bau von Elektroautos und Windkraftanlagen.

Besonders das Engagement der KfW unterstreicht das Bestreben der deutschen Wirtschaft, sich bei kritischen Mineralien unabhängiger von konzentrierten Lieferketten zu machen. Für Arafura bedeutet dieser Rückhalt eine wichtige Basis, um die finale Investitionsentscheidung für die Mine treffen zu können.

Der Weg zum formellen Abschluss

Mit den neuen Verträgen wächst das zugesagte Finanzierungspaket von Arafura auf mittlerweile rund 911 Millionen Dollar an. Darin enthalten sind bereits eine Kapitalerhöhung aus dem vierten Quartal 2025 sowie zugesagte Wandelanleihen. Am Markt kam die verbesserte Kapitalausstattung gut an, die Papiere legten im frühen Handel um 3,5 Prozent zu. Der formelle Abschluss der Transaktion ist nach Zustimmung der Aktionäre für den 1. Dezember 2026 angesetzt, wobei die KfW künftig das Recht erhält, einen eigenen Vertreter in den Vorstand von Arafura zu entsenden.