Arafura Rare Earths nähert sich einem entscheidenden Wendepunkt. Ein frisches Millionenpaket aus Deutschland treibt das Nolans-Projekt voran. Aktionäre zahlen dafür allerdings einen hohen Preis. Die Börse feiert das Update dennoch.

Marktreaktion und volle Kassen

Am 29. April sprang die Aktie in Sydney um gut sieben Prozent auf 0,37 Australische Dollar, während fast 39 Millionen Papiere den Besitzer wechselten. Das treibt den Börsenwert auf rund 1,7 Milliarden Dollar.

Finanziell steht das Unternehmen solide da. Ende März lagen 561 Millionen Dollar auf den Konten. Das ist nur minimal weniger als zum Jahreswechsel. CEO Darryl Cuzzubbo sieht den Konzern bereit für die Bauphase.

Deutsches Geld und eine heikle Abstimmung

Für den endgültigen Durchbruch fehlt noch ein Baustein. Arafura hat bindende Verträge mit der Export Finance Australia und der deutschen KfW geschlossen. Die staatliche Förderbank handelt im Auftrag des Deutschen Rohstofffonds. Insgesamt fließen rund 230 Millionen Dollar an frischem Eigenkapital.

Die Entscheidung fällt am 10. Juni 2026. Dann stimmen die Aktionäre über die Ausgabe von knapp 940 Millionen neuen Aktien ab. Der Ausgabepreis liegt etwa zehn Prozent unter dem jüngsten Durchschnittskurs.

Das bedeutet eine massive Verwässerung für Altaktionäre. Die Konsequenz: Eine Ablehnung auf der Hauptversammlung würde das gesamte Finanzierungspaket kippen.

Die deutsche Regierung sichert sich derweil weitreichenden Einfluss. Nach Abschluss der Transaktion erhält die KfW einen Sitz im Verwaltungsrat. Obendrein bekommt Berlin ein Vetorecht bei Abnahme- und Entwicklungsverträgen.

Strategischer Schwenk bei seltenen Erden

Parallel dazu erweitert das Management sein Produktportfolio. Arafura prüft gemeinsam mit Clean TeQ Water neue Trennverfahren für schwere Seltene Erden. Bisher lag der Fokus fast ausschließlich auf Neodym und Praseodym. Nun rücken Dysprosium und Terbium in den Mittelpunkt.

Diese Elemente erzielen am Markt deutlich höhere Preise. Hersteller von Windkraftanlagen und Elektromotoren benötigen sie dringend für Hochleistungsmagnete. Die erste Bauphase des Nolans-Projekts läuft unabhängig von dieser Prüfung weiter.

Das Marktumfeld treibt die Preise

Die geopolitische Lage spielt Arafura in die Karten. Der Preis für NdPr-Oxid hat sich in den letzten zwölf Monaten auf etwa 120 US-Dollar pro Kilogramm verdoppelt. China kontrolliert derzeit rund 90 Prozent des weltweiten Angebots. Westliche Regierungen suchen daher händeringend nach unabhängigen Quellen.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2029 will Arafura jährlich 4.440 Tonnen NdPr-Oxid liefern. Das entspräche rund vier Prozent des Weltmarktes. Der nächste konkrete Meilenstein steht nun im Sommer an. Am 10. Juni entscheidet die Hauptversammlung über das rettende, aber schmerzhafte deutsche Kapital.