ArcelorMittal Aktie: Milliarden-Streit in Italien eskaliert

Der Stahlkonzern sieht sich in Italien mit einer 7-Milliarden-Klage konfrontiert, während er in Liberia ein großes Expansionsprojekt abschließt. Die juristische Auseinandersetzung birgt erhebliche Risiken.

Arcelormittal Aktie
Kurz & knapp:
  • Italienische Klage über 7 Milliarden Euro Schadenersatz
  • ArcelorMittal startet Gegenklage über 1,8 Milliarden Euro
  • Verlängerung des Liberia-Abkommens bis mindestens 2050
  • Produktion in Afrika soll vervierfacht werden

Der Stahlriese ArcelorMittal steht vor einem juristischen Schwergewichtskampf. Am 29. Januar 2026 wurde das Unternehmen von den außerordentlichen Kommissaren der Acciaierie d’Italia (ADI) vor das Gericht in Mailand geladen. Der Vorwurf wiegt schwer: Angeblich habe ArcelorMittal die italienischen Stahlwerke bewusst heruntergewirtschaftet und dabei Schäden von rund 7 Milliarden Euro verursacht.

ADI – das Unternehmen, das die ehemals von Ilva betriebenen italienischen Stahlwerke führt – wirft ArcelorMittal vor, systematisch Missmanagement betrieben zu haben. Die Strategie: Die Anlagen ruinieren, das Geschäft zerstören und Gewinne aus Italien abziehen. Ein vernichtender Vorwurf, den ArcelorMittal umgehend und kategorisch zurückweist.

Investition statt Ausbeutung?

ArcelorMittal kontert mit harten Zahlen. Rund 2 Milliarden Euro habe man in das italienische Geschäft investiert, ein erheblicher Teil davon floss in die Erfüllung umfangreicher Umweltauflagen der italienischen Regierung. Von „Ausplünderung“ könne keine Rede sein – im Gegenteil. Das Unternehmen habe alle Verpflichtungen erfüllt und das lokale Management nicht unzulässig beeinflusst.

Die Wurzeln des Konflikts reichen bis ins Jahr 2019 zurück. Weniger als ein Jahr nachdem ArcelorMittal die Geschäftseinheiten geleased hatte, entzog die italienische Regierung rechtliche Schutzklauseln. Diese waren ursprünglich vorgesehen, um ArcelorMittal bei der Umsetzung des Umweltplans vor strafrechtlicher Haftung zu schützen. Ohne diese Absicherung sah sich der Konzern gezwungen, sich aus dem Leasingvertrag zurückzuziehen.

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Wer verklagt hier eigentlich wen?

Die Situation wird noch brisanter, wenn man die Eigentumsverhältnisse betrachtet. ADI wird seit 2021 gemeinsam mit der italienischen Investitionsagentur Invitalia kontrolliert – die wiederum vollständig dem italienischen Wirtschaftsministerium gehört. Eine öffentlich-private Partnerschaft sollte eigentlich die Wiederbelebung der Ilva-Werke ermöglichen.

ArcelorMittal wirft nun seinerseits Invitalia und der italienischen Regierung vor, ihre Verpflichtungen nicht eingehalten zu haben. Im Februar 2024 habe die Regierung durch spezielle Gesetzgebung Invitalia ermöglicht, ADI unter außerordentliche Verwaltung zu stellen – faktisch eine Enteignung der ArcelorMittal-Investition.

Gegenangriff mit 1,8 Milliarden Euro

Der Stahlkonzern wehrt sich nicht nur defensiv. Im Juni 2025 leitete ArcelorMittal ein internationales Schiedsverfahren gegen die Republik Italien ein. Der Vorwurf: rechtswidrige Enteignung, diskriminierende und unverhältnismäßige Maßnahmen. Die Schadenssumme, die ArcelorMittal fordert, übersteigt 1,8 Milliarden Euro.

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Parallel zu diesem juristischen Schlagabtausch gibt es auch positive Nachrichten für den Konzern. Am 30. Januar 2026 unterzeichneten die liberianische Regierung und ArcelorMittal eine Verlängerung des Mineral Development Agreement bis 2050 – mit Option auf weitere 25 Jahre. Die kürzlich eingeweihte Eisenerz-Aufbereitungsanlage in Tokadeh markiert den Höhepunkt eines 1,8 Milliarden Dollar schweren Expansionsprojekts.

Die Gesamtinvestition in Liberia summiert sich mittlerweile auf 3,5 Milliarden Dollar – die größte ausländische Direktinvestition in Liberias Nachkriegswirtschaft. Ab 2026 soll die Eisenerzproduktion von bisher 5 Millionen Tonnen pro Jahr auf 20 Millionen Tonnen vervierfacht werden. Machbarkeitsstudien für eine weitere Expansion laufen bereits.

Zwei Fronten, zwei Welten

Während ArcelorMittal in Liberia expandiert und langfristige Partnerschaften schmiedet, tobt in Italien ein Rechtsstreit von historischem Ausmaß. Die Klage über 7 Milliarden Euro könnte sich als eine der teuersten Auseinandersetzungen der europäischen Stahlindustrie erweisen. Für Anleger bedeutet dies: erhebliche Rechtsunsicherheit bei gleichzeitig soliden Wachstumsaussichten in Afrika. Der Ausgang des italienischen Verfahrens dürfte die Aktienbewertung in den kommenden Monaten maßgeblich beeinflussen.

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