Starker Umsatz, schwächerer Gewinn: Argen-X liefert für das dritte Quartal ein gemischtes Bild. Die Aktie rutschte zunächst ab, drehte am Nachmittag aber ins Plus und notierte zuletzt bei knapp 800 Euro. Den Ausschlag gab offenbar weniger die Zahlenlage als der Blick nach vorn.
Umsatz über, Gewinn unter den Erwartungen
Der Konzernumsatz sprang um mehr als die Hälfte auf 1,72 Milliarden Dollar. Fast alles stammt aus dem Verkauf des Muskelschwäche-Medikaments Vyvgart, und die Erlöse lagen rund 6 Prozent über der Konsenserwartung.
Beim operativen Ergebnis fiel die Bilanz schwächer aus. Es stieg um 40 Prozent auf 486 Millionen Dollar, Analysten hatten jedoch mit etwa 551 Millionen gerechnet. Höhere Forschungs- und Vermarktungskosten belasteten die Marge. Unter dem Strich stand dank eines Steuereffekts ein Gewinn von 506 Millionen Dollar, nach 344 Millionen im Vorjahresquartal.
Neue Wachstumsfelder im Blick
Das Management setzt auf Diversifizierung, denn das Geschäft hängt bislang fast vollständig an einem Wirkstoff. Konzernchefin Karen Massey kündigte die Beantragung einer Zulassungserweiterung für Vyvgart Hytrulo an. Eine weitere zulassungsrelevante Studie bei Dermatomyositis ist geplant.
Hinzu kommen weitere mögliche Wachstumstreiber: okuläre und pädiatrische Myasthenia gravis, eine Autoinjektor-Variante von Vyvgart sowie ein Mittel gegen immunvermittelte nekrotisierende Myopathie. Der Kandidat FB102 soll nach positiven Phase-2-Daten in Zöliakie in die Phase 3 gehen. Wegen der großen Patientenzahl erwartet das Unternehmen ein umfangreiches Studienprogramm und will angesichts der Konkurrenz zügig vorangehen.
Die Margenerholung bleibt ebenfalls Thema: Die operative Marge soll 2027 weiter steigen.
Sjögren-Aus wirkt nach
Anfang Oktober war die Aktie bis auf 682 Euro gefallen, nachdem Argen-X eine weit fortgeschrittene Studie zum Sjögren-Syndrom wegen Erfolglosigkeit beendet hatte. Eine Einordnung steht noch aus, die vollständige Datenanalyse dauert nach Unternehmensangaben mehrere Monate.
UBS-Analyst Matthew Weston nannte den Bericht stark und das Pipeline-Update ermutigend. Seine Kollegen sehen die Aktie nach dem Rücksetzer deutlich unter dem fundamentalen Wert. Zudem unterschätze der Markt das Umsatzwachstum.
Das Jahresplus liegt bei gut 10 Prozent. Verglichen mit den Kursgewinnen früherer Jahre ist das mager. Weitere Details zu Größe und Zeitplan des FB102-Programms sowie die Prognose zur Margenentwicklung hat das Unternehmen für Anfang 2027 in Aussicht gestellt.
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