Die Aktie des Immobilienkonzerns Aroundtown hat am heutigen Freitag deutlich nachgegeben und mit einem Kurs von 1,98 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Das Papier verzeichnete damit ein Minus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Anleger reagierten mit dem Abverkauf auf die am Mittwoch veröffentlichten Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026, die eine gemischte operative Entwicklung und eine gestiegene Verschuldungsquote offenbarten.

Operative Erträge sinken trotz stabiler Mieteinnahmen

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres blieben die Nettomieteinnahmen mit 591 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil. Dennoch verzeichnete der Konzern beim operativen Ergebnis (FFO I) einen Rückgang um 4 Prozent auf 144 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA belief sich auf 500 Millionen Euro.

Trotz der leichten operativen Schwäche bestätigte die Unternehmensführung die Prognose für das Gesamtjahr 2026, die einen FFO I in einer Spanne von 275 Millionen bis 305 Millionen Euro vorsieht.

Ein positiver Aspekt des Berichts betrifft den Substanzwert des Portfolios. Der EPRA Net Tangible Assets (NTA) stieg bis Ende Juni auf 8,0 Euro je Aktie, was einem Zuwachs von 3 Prozent entspricht. Unterstützt wurde diese Entwicklung nach Unternehmensangaben durch ein Aktienrückkaufprogramm, das deutlich unter dem Buchwert durchgeführt wurde.

Allerdings teilte Aroundtown gesondert mit, dass in der vergangenen Woche zwischen dem 17. August und dem 21. August keine weiteren Aktien zurückgekauft wurden.

Schuldenlast und Portfolioveränderungen prägen die Bilanz

Im Fokus der Investoren steht weiterhin die Bilanzstruktur des Luxemburger Konzerns. Die Verschuldungsquote (Loan-to-Value, LTV) erhöhte sich im ersten Halbjahr von 41 Prozent zum Jahresende 2025 auf nun 43 Prozent.

Das Management steuerte durch aktives Schuldenmanagement gegen und zahlte im bisherigen Jahresverlauf Anleihen im Volumen von 2,3 Milliarden Euro zurück, während rund 1,6 Milliarden Euro an neuen Mitteln aufgenommen wurden. Das durchschnittliche Laufzeitprofil der Verbindlichkeiten liegt damit bei 3,4 Jahren.

Parallel dazu festigte Aroundtown seine Beteiligungsstruktur. Der Anteil an der Tochtergesellschaft Grand City Properties (GCP) wurde seit Jahresbeginn massiv ausgebaut. Durch ein freiwilliges Umtauschangebot und Zukäufe am Markt stieg die Beteiligungsquote von zuvor 62,5 Prozent auf nun 84 Prozent.

Auch bei der Nachhaltigkeit des Portfolios meldete der Konzern Fortschritte: Inzwischen verfügen 76 Prozent des gewerblichen Portfolios über Zertifizierungen für grünes Bauen, darunter eine Spitzenbewertung für eine Immobilie in Frankfurt.

Analysten bewerten die Lage verhalten

Die Reaktionen aus dem Bankensektor blieben nach der Zahlenvorlage reserviert. Die Analysten der Deutschen Bank bekräftigten gestern ihre Einstufung mit „Neutral“ und beließen das Kursziel bei 2,40 Euro.

Bereits am Mittwoch hatte das Analysehaus Berenberg seine Einschätzung „Hold“ mit einem Kursziel von 4,00 Euro erneuert. Beide Häuser signalisieren damit eine abwartende Haltung bezüglich der weiteren Erholung des Immobilienmarktes und der Zinsentwicklung.

Für Aktionäre markiert die aktuelle Entwicklung einen herben Rückschlag, nachdem der Konzern am 6. Juli mit der Auszahlung einer Dividende von 0,08 Euro pro Aktie die erste Ausschüttung seit dem Geschäftsjahr 2022 vorgenommen hatte. Neue Impulse für den Kurs könnten sich am 24. November ergeben, wenn Aroundtown die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlichen wird.