ASML zahlt seinen Aktionären diese Woche mehr Geld aus als je zuvor in einem Interimszeitraum. Am Mittwoch wird die Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie fällig — ein deutliches Plus gegenüber den 1,60 Euro vor einem Jahr. Parallel dazu kauft der niederländische Lithografie-Spezialist munter eigene Aktien zurück, obwohl der Kurs seit dem Sommerhoch spürbar nachgegeben hat.
Zwischendividende fließt am 5. August
ASML hatte die Ausschüttung bereits Mitte Juli angekündigt. Die Aktie notierte am Montag ex Dividende an der Euronext, einen Tag später an der Nasdaq. Am Mittwoch landet das Geld auf den Konten der Aktionäre.
Für das Geschäftsjahr 2025 hatte der Konzern insgesamt 7,50 Euro je Aktie ausgeschüttet. Die nun höhere Zwischenrate zeigt: Das Management sieht auch 2026 genug finanziellen Spielraum für steigende Ausschüttungen.
Rückkäufe laufen im Millionen-Takt weiter
Neben der Dividende hält ASML sein Rückkaufprogramm auf hohem Niveau. Im zweiten Quartal kaufte der Konzern Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Seit dem Start des aktuellen Programms Ende Januar summiert sich das Volumen auf etwa 2,1 Milliarden Euro, verteilt auf rund 1,7 Millionen Aktien.
Die Transaktionen laufen fast täglich und werden wöchentlich offengelegt, zuletzt am 3. August. Nach früheren Mustern kauft ASML an einzelnen Handelstagen Aktien im Wert von 15,9 bis knapp 25 Millionen Euro zurück — ein Tempo, das der Konzern über das gesamte laufende Programm bis 2028 durchhalten will.
Starke Nachfrage treibt die Prognose
Der Kapitalrückfluss speist sich aus einem kräftig angehobenen Ausblick. ASML rechnet für 2026 nun mit einem Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Im zweiten Quartal erzielte der Konzern 9,3 Milliarden Euro Umsatz und 2,9 Milliarden Euro Nettogewinn.
CEO Christophe Fouquet macht dafür vor allem die Kunden verantwortlich. Sie würden ihre Kapazitätspläne weiter beschleunigen, so Fouquet. Das schaffe verbindliche Bestellungen über das gesamte Produktportfolio hinweg und gebe ASML deutlich mehr Sicht auf die langfristige Nachfrage.
Kurs unter Druck trotz starker Zahlen
Trotz der guten Geschäftsentwicklung ist die Aktie zuletzt zurückgekommen. Am Montag schloss sie bei 1.430 Euro — rund 18 Prozent unter dem Rekordhoch von 1.748 Euro vom 30. Juni. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von über 55 Prozent zu Buche, verglichen mit dem Vorjahr sogar ein Anstieg von mehr als 136 Prozent.
Die Kombination aus steigender Dividende, fortlaufenden Rückkäufen und wachsendem Gewinn zeigt: ASML sitzt trotz der jüngsten Kursschwäche auf einer soliden Bilanz. Der Rückgang seit dem Junihoch drückt bislang nicht auf die Kapitalrückgaben.
Die nächsten wöchentlichen Rückkauf-Meldungen dürften zeigen, wie aggressiv ASML sein Kapital weiter einsetzt. Für den Aktienkurs bleibt daneben entscheidend, wie schnell die großen Chiphersteller ihre Kapazitäten für die KI-Nachfrage tatsächlich ausbauen.
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