ASML rutscht tiefer in überverkauftes Terrain. Der Auslöser: Berichte über Fortschritte bei chinesischer Chip-Technologie. Anleger fragen sich, ob das niederländische Monopol im Lithografie-Geschäft erste Risse bekommt.
Die Aktie fiel am Mittwoch um 2,55 Prozent auf 1.355,00 Euro. Damit setzt sich eine turbulente Woche fort. Der Marktwert des Unternehmens ist binnen sieben Tagen um mehr als 14 Prozent geschrumpft.
Technische Indikatoren schlagen Alarm
Der 14-Tage-RSI von ASML ist auf 34,5 gefallen. Werte unter 30 gelten klassisch als überverkauft — ASML nähert sich dieser Marke an. Die Kursschwäche verstärkte sich, nachdem Meldungen über Fortschritte bei chinesischer Chip-Fertigungstechnik die Runde machten.
Trotz des Rückgangs bleibt seit Jahresbeginn ein Plus von 47 Prozent stehen. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro, erreicht erst Ende Juni, beträgt inzwischen mehr als 22 Prozent.
Chinesischer Wettbewerber sorgt für Nervosität
Der Shanghaier Anbieter Aishengna Electronic Technology Group bereitet die Massenproduktion von Immersions-DUV-Lithografiemaschinen vor. Das schürt Sorgen um ASMLs Vormachtstellung. Einige institutionelle Investoren nutzen den Kursrückgang aber offenbar zum Einstieg.
Laut aktuellen SEC-Meldungen hat Opal Capital LLC seine ASML-Position im vergangenen Quartal um 137,8 Prozent aufgestockt. Der Grund für die Gelassenheit: Die geplante chinesische Produktionskapazität liegt bei geschätzt fünf Maschinen im Jahr 2026 und zwanzig im Jahr 2027 — ein Bruchteil von ASMLs Ausstoß. JPMorgan-Analysten sehen die unmittelbare kommerzielle Bedrohung als begrenzt an, besonders im margenstarken EUV-Segment, wo ASML weltweit konkurrenzlos bleibt.
Dividende und angehobene Umsatzprognose
Ein Teil der jüngsten Kursbewegung geht auf den Dividendenabschlag zurück. ASML notiert seit dem 27. Juli 2026 ohne Anspruch auf die Quartalsdividende von 1,88 Euro je Aktie. Die Auszahlung erfolgt am 5. August 2026.
Fundamental sendet das Unternehmen positive Signale. ASML hat die Umsatzprognose für 2026 auf eine Spanne zwischen 43 und 45 Milliarden Euro angehoben. Zuvor hatte der Konzern lediglich 36 bis 40 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Grund ist die robuste Nachfrage nach Halbleitern für KI-Anwendungen.
Auftragsbuch bis 2027 ausgebucht
Der Markt wägt aktuell zwei Kräfte gegeneinander ab: kurzfristige geopolitische Ängste und starke operative Aussichten. Chinas Streben nach technologischer Unabhängigkeit begründet zwar eine langfristige Wettbewerbsgeschichte im mittleren DUV-Segment. ASMLs Auftragsbuch bleibt jedoch bis 2027 weitgehend ausgebucht.
Hinzu kommt ein weiterer Trumpf: Die neuen High-NA-EUV-Systeme laufen bei Großkunden wie Intel bereits in der Serienfertigung an. Das festigt ASMLs Kontrolle über die fortschrittlichsten Chip-Fertigungsverfahren für KI-Beschleuniger.
Trotz eines Kursrückgangs von 17,63 Prozent binnen 30 Tagen bewerten Analysten die Aktie im Konsens weiterhin mit „Moderate Buy“. Die durchschnittlichen Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau von 1.355,00 Euro.
Asml-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Asml-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Asml-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Asml-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Asml: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

