ASML Holding legt kräftig zu. Die Aktie des niederländischen Chipausrüsters springt am Dienstag um 3,82 Prozent auf 1.484,60 Euro. Damit setzt sich eine Erholung fort, die den Kurs binnen einer Woche bereits um 7,07 Prozent nach oben getrieben hat.
Der Auslöser: Zwei einflussreiche Wall-Street-Banken bekennen sich fast zeitgleich zu ASML.
Goldman und Bernstein setzen auf ASML
Goldman Sachs hat ASML am 3. August in seine europäische Conviction List aufgenommen. Analyst Alex Duval begründet den Schritt mit einer klareren Sicht auf geplante Kapazitätserweiterungen. Treiber seien die starke Nachfrage aus den Bereichen Logik-Chips und DRAM-Speicher.
Neben ASML nimmt Goldman auch Sika und Puig neu in die Liste auf. Schneider Electric und Knorr-Bremse fliegen dafür raus.
Parallel dazu meldet sich Bernstein zu Wort. Die Bank führt ASML als eine ihrer Top-Ideen für das dritte Quartal 2026, bestätigt das Rating „Outperform“ und nennt ein Kursziel von 2.500 Euro. Das würde gegenüber dem aktuellen Niveau noch erheblichen Spielraum bedeuten.
Bernstein widerspricht zudem der Sorge, chinesische Hersteller könnten ASML bei DUV-Lithografiemaschinen einholen. Die Analysten sehen die chinesischen Systeme technologisch noch Jahre zurück. China steuerte im ersten Halbjahr 2026 gerade einmal 16 Prozent zum ASML-Umsatz bei — ein Beleg dafür, wie begrenzt das China-Risiko aus Sicht der Bank tatsächlich ist.
Die Zahlen stützen den Optimismus
Die neue Zuversicht der Analysten kommt nicht aus dem Nichts. ASML hatte im zweiten Quartal einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro gemeldet — mehr als die eigene Prognose vorsah. Der Nettogewinn lag bei 2,9 Milliarden Euro.
Das Management reagierte prompt und hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne zwischen 43 und 45 Milliarden Euro an.
Auch institutionelle Investoren zeigen sich überzeugt. Unter den beobachteten Vermögensverwaltern halten 22 die Aktie im Portfolio, 14 davon haben zuletzt aufgestockt, nur 10 reduziert. Das Bild ist überwiegend bullisch.
Nicht alle Stimmen sind jedoch ungeteilt euphorisch. Ein Bewertungsmodell taxiert den fairen Wert der Aktie rund 38 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Wer jetzt kauft, zahlt demnach eine deutliche Prämie auf künftiges Wachstum.
Nervöse Wochen trotz Rekordniveau
Der Blick auf die vergangenen Wochen zeigt: ASML bleibt eine Achterbahnaktie. Der Titel notiert 15,07 Prozent unter seinem Rekordhoch von 1.748 Euro vom 30. Juni, gleichzeitig aber 152,48 Prozent über dem Jahrestief vom August 2025. Auf 30-Tage-Sicht steht sogar ein Minus von 7,00 Prozent zu Buche.
Diese Schwankungen spiegeln eine breitere Verunsicherung im Chipsektor wider. China-Sorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Investitionswelle belasten die gesamte Branche. Mehrere Banken haben zuletzt trotzdem ihre Kursziele für ASML angehoben — ein Signal, dass die strukturelle Nachfrage nach den EUV-Lithografiesystemen des Unternehmens intakt bleibt.
Diese Maschinen gelten als unverzichtbar für die Fertigung modernster Halbleiter. An dieser Position hat sich durch die jüngste Volatilität nichts geändert.
Mit einem annualisierten Volatilitätswert von 55,52 Prozent bleibt ASML ein Seismograf für die Stimmung rund um KI-Investitionen. Die doppelte Rückendeckung von Goldman Sachs und Bernstein signalisiert, dass große Adressen die Marktstellung des Unternehmens in der EUV-Lithografie weiterhin als tragfähigen Vorteil einstufen — trotz der Kursschwankungen der vergangenen Wochen.
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