ASML: 47,77 Prozent Plus seit Jahresbeginn

ASML erholt sich leicht von Kurseinbrüchen, bleibt aber von der KI-Nachfrage abhängig. Analysten sehen trotz Risiken weiteres Potenzial.

Asml Aktie
Kurz & knapp:
  • Kurserholung nach Chip-Ausverkauf
  • Broadcom-Ausblick belastet Sektor
  • Operative Stärke und Prognose-Anhebung
  • Aktienrückkäufe und Dividendensteigerung

ASML dreht nach einem harten Chip-Ausverkauf wieder nach oben. Der Kursanstieg wirkt beruhigend, löst aber das Kernproblem nicht: Die Aktie hängt stark an der KI-Erzählung. Genau dort sind zuletzt Zweifel aufgekommen.

Am Montag notiert die Aktie bei 1.460,40 Euro und legt 2,17 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 47,77 Prozent; über zwölf Monate hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Warum der Sektor rutschte

Der Druck kam nicht aus Veldhoven selbst. Broadcom übertraf zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, enttäuschte aber beim Ausblick auf KI-Chips. Die erwarteten Umsätze von rund 16 Milliarden Dollar lagen unter der Markterwartung von 17,2 Milliarden Dollar.

Das reichte für Gewinnmitnahmen im gesamten Chip-Komplex. Hinzu kam ein starker US-Arbeitsmarktbericht. Er trieb die Renditen nach oben und belastete besonders hoch bewertete Wachstumstitel.

Am Freitag verlor ASML 3,8 Prozent, Infineon rutschte um mehr als 6 Prozent ab. Der Nasdaq Composite fiel um 4 Prozent.

Das traf die gesamte Lieferkette. Wenn Investoren KI-Ausgaben neu bewerten, geraten nicht nur Chipdesigner unter Druck, sondern auch Ausrüster.

Für den Nasdaq war es der stärkste Tagesverlust seit den Zollturbulenzen Anfang 2025. Der iShares Semiconductor ETF verlor 10 Prozent, sein schwächster Tag seit März 2020.

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Operativ bleibt ASML stark

Bei ASML selbst sieht das Bild stabiler aus. Der Konzern profitiert weiter von hoher Nachfrage nach Lithografieanlagen, die für modernste Halbleiter zentral sind.

Im April hob ASML die Umsatzprognose für 2026 auf 36 bis 40 Milliarden Euro an. Das Management signalisiert damit weiter Wachstum, trotz schwierigerem Marktumfeld.

Die angepeilte Bruttomarge liegt bei 51 bis 53 Prozent. Die Spanne berücksichtigt auch mögliche Folgen laufender Gespräche über Exportkontrollen.

Im ersten Quartal stieg der Nettoumsatz auf 8,767 Milliarden Euro nach 7,742 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Nachfrage der Kunden hatte sich zuvor für kurze und mittlere Fristen verbessert.

Der Nettogewinn erreichte 2,757 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2,355 Milliarden Euro.

Auch bei EUV-Anlagen bleibt der Ausbau sichtbar. ASML hob das Ziel für Low-NA-EUV-Systeme auf mindestens 80 Anlagen ab dem kommenden Jahr an. Für das laufende Jahr peilt der Konzern mindestens 60 an, nach 44 im Vorjahr.

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Rückkäufe stützen die Story

ASML gibt auch Kapital an Aktionäre zurück. Im Januar kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm für 2026 bis 2028 über bis zu 12 Milliarden Euro an.

Bis zu 2 Millionen Aktien sollen Mitarbeiterprogramme abdecken. Den Rest will ASML einziehen.

Im ersten Quartal kaufte ASML eigene Aktien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro zurück. Im Juni meldete der Konzern weitere Transaktionen unter dem laufenden Programm.

Für 2025 stellt ASML eine Dividende von 7,50 Euro je Aktie in Aussicht. Das wäre ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vor dem Rücksetzer hatte ASML sogar einen europäischen Börsenrekord markiert. Der Börsenwert erreichte umgerechnet 674 Milliarden Dollar, getrieben von der Suche nach europäischen KI-Profiteuren.

Der Analystenkonsens bleibt optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.522,22 Euro, die höchste Schätzung bei 1.921 Euro.

Von 40 erfassten Analysten raten 38 zum Kauf, 2 zum Verkauf. Das zeigt, wie stark der Markt die strukturelle Position von ASML weiter bewertet.

Der Rückprall ändert wenig am kurzfristigen Risiko. Renditesprünge und schwächere KI-Budgetsignale können die Aktie schnell belasten. Solange ASML seine Umsatzspanne hält und die Bestellungen stark bleiben, spricht die operative Lage weiter gegen einen fundamentalen Bruch.

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