Nach den jüngsten Turbulenzen um das Entwicklungstempo künstlicher Intelligenz zeigt sich die Aktie von ASML wieder gefestigter. Auslöser waren Forderungen von Branchenvertretern um Anthropic-Chef Dario Amodei, das Entwicklungstempo bei hochmodernen KI-Modellen zu drosseln.

Kapitalmaßnahmen und langfristige Kundenallianzen

Gegen die kurzzeitige Skepsis am Markt setzt der niederländische Lithografie-Spezialist auf operative Kontinuität und Kapitalrückflüsse. Am Montag meldete das Unternehmen planmäßige Transaktionen im Rahmen seines laufenden Aktienrückkaufprogramms für die Jahre 2026 bis 2028. Zugleich treibt ASML strategische Großprojekte mit Schlüsselkunden voran, die über die aktuelle Nachfrageentwicklung hinausreichen.

Bereits am 8. September gaben Samsung Electronics und ASML den Ausbau ihrer langjährigen Partnerschaft bekannt. Der südkoreanische Halbleiterkonzern plant, ASMLs High-NA-EUV-Technologie bis 2028 in die Volumenfertigung künftiger DRAM-Speicher einzubinden – ein Branchenerstdurchschnitt. Zudem beteiligt sich Samsung an einer Industrieinitiative zur Weiterentwicklung von 12-Zoll-Fotomasken.

Einen Tag zuvor hatte ASML bereits eine vergleichbare Zusammenarbeit mit dem Auftragsfertiger TSMC auf den Weg gebracht. Die Initiative zielt darauf ab, bis 2031 eine Pilotlinie für 12-Zoll-Masken zu etablieren. Damit soll der Weg geebnet werden, um High-NA-Systeme ab 2033 in der Fertigung hochentwickelter Halbleiterknoten einzusetzen.

Infrastrukturausbau und angehobene Jahresziele

Um die dafür notwendigen Fertigungskapazitäten bereitzustellen, investiert ASML massiv am Heimatstandort. Am 8. September erfolgte der offizielle Spatenstich für den zweiten Industriecampus am Brainport Industries Campus North in Eindhoven.

Das Areal soll über mehrere Bauphasen eine Fläche von rund 350.000 Quadratmetern umfassen und Platz für bis zu 20.000 Arbeitsplätze bieten. Die erste Phase soll 2029 bezugsfertig sein und mindestens 3.000 Mitarbeitern Raum bieten.

Trotz der jüngsten Konsolidierung steht für das Papier seit Jahresanfang ein Wertzuwachs von 50 Prozent zu Buche. Operativ stützt die im Juli angehobene Jahresprognose: Für 2026 peilt das Management einen Nettoumsatz von 43 bis 45 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent an, nachdem im zweiten Quartal 2026 ein Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro verbucht worden war.