Die Bemühungen in Fernost um eigene Fertigungstechnologien für modernste Halbleiter gewinnen an Breite. Medienberichten zufolge weitet China seine Entwicklungsarbeit im Bereich der extrem ultravioletten Lithographie (EUV) aus. Statt ausschließlich die komplexe Lithographie-Plattform von ASML nachzubauen, verfolgt das Land nun zusätzlich einen eigenständigen technologischen Ansatz über alternative Lichtquellen.
Für den niederländischen Ausrüster berührt dieser Vorstoß das strategische Herzstück des Geschäfts. ASML hält bei industriellen EUV-Systemen eine globale Monopolstellung. Die Fertigung gilt weltweit als technologische Hürde für die modernste Chipproduktion.
Politischer Druck auf das Exportgeschäft
Gleichzeitig bleibt das geopolitische Umfeld für den Konzern aus Veldhoven anspruchsvoll. Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten erklärte am Freitag, er bemühe sich um Lösungen bei den bestehenden Exportbeschränkungen. Jetten äußerte in Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump zudem deutliche Bedenken hinsichtlich möglicher weiterer Beschränkungen durch die Vereinigten Staaten.
Die strengen Regularien begrenzen die Lieferungen fortschrittlicher Anlagen nach China bereits seit längerer Zeit. Die Debatte um zusätzliche Auflagen zeigt, wie stark der weltgrößte Halbleiterausrüster im Zentrum handelspolitischer Interessen steht.
Partner sichern High-NA-Fahrplan ab
Technologisch treibt ASML den Ausbau der Spitzenposition gemeinsam mit internationalen Schlüsselkunden voran. Anfang September vereinbarte der Konzern eine vertiefte Partnerschaft mit Samsung Electronics für die nächste Maschinengeneration mit hoher numerischer Apertur. Der südkoreanische Chiphersteller plant, High-NA-EUV bis zum Jahr 2028 in die Massenfertigung zukunftsweisender DRAM-Speicher einzubinden.
Auch an den Finanzmärkten bleibt das Vertrauen in die langfristige Nachfrage ungebrochen. Bank of America Securities bekräftigte am Freitag die Einstufung für die Aktie mit „Buy“. Zuvor hatte bereits Barclays am 22. September die Kaufempfehlung bestätigt.
An der Börse notiert der Wert heute mit einem Plus von 2,0 Prozent bei 1.589,00 Euro. Vom bisherigen 52-Wochen-Hoch bei 1.748,00 Euro trennt das Papier damit ein Abstand von 9,1 Prozent. Trotz wachsender politischer Reibungsflächen und asiatischer Aufholversuche bleibt der Technologievorsprung der Niederländer das bestimmende Fundament an den Märkten.
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