ASML bekommt diese Woche gleich zwei sehr unterschiedliche Signale: Rückenwind von Analystenseite – und politischen Gegenwind aus Peking. Während die Bank of America ihre Erwartungen an das EUV-Geschäft leicht anhebt, fordern Chinas Chip-Manager öffentlich einen national koordinierten Aufbau eines heimischen ASML-Pendants. Was heißt das für die mittelfristige Story?
BofA setzt auf mehr EUV – und hebt das Kursziel an
Die Bank of America (BofA) hat ihr Kursziel für ASML auf 1.598 Euro (zuvor 1.583 Euro) angehoben und das „Buy“-Rating bestätigt. Begründung: ein besserer Ausblick für das Kerngeschäft rund um EUV-Lithografie.
Für 2026 bis 2028 erhöht BofA ihre Umsatz- und Gewinnschätzungen. Für 2026 modelliert die Bank nun 18,5% Umsatzwachstum, getrieben von höheren Tool-Umsätzen (+20% im Jahresvergleich) und einem wachsenden Servicegeschäft rund um die installierte Basis (+15%).
Besonders konkret wird BofA bei den Auslieferungen: Die Prognose für EUV-Lieferungen 2026 steigt von 61 auf 64 Systeme. Als Treiber nennt die Bank vorgezogene Nachfrage im DRAM-Bereich, unter anderem mit drei zusätzlichen Systemen für SK Hynix. Für 2027 erwartet BofA jetzt 47 Mrd. Euro Umsatz (laut BofA 6% über Konsens) und erhöht die EUV-Stückzahlannahme von 77 auf 81 – mit zusätzlichen Auslieferungen unter anderem an Intel, Samsung, TSMC und SK Hynix.
Auch die Gewinnschätzungen ziehen an: Die EPS-Prognosen 2026–2028 steigen laut BofA um rund 4% bis 6% auf 31,60 Euro, 42,92 Euro und 50,58 Euro.
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Peking benennt das Ziel: ein „ASML-Äquivalent“
Der politisch brisantere Teil kommt aus China. Führende chinesische Halbleiter-Manager und Institute fordern in einem Beitrag in der Science and Technology Review einen koordinierten nationalen Kraftakt, um in den Jahren 2026 bis 2030 funktionsfähige Lithografie-Systeme im Land aufzubauen.
Die chinesische Industrie sei aktuell zu „klein, fragmentiert und schwach“, was öffentliche Ressourcen zerstreue. Die Autoren plädieren deshalb für sofortige staatliche Planung, um Geld und Personal gezielt zu bündeln – mit dem klaren Ziel, eine heimische Alternative zu ASML aufzubauen.
Technologisch bleibt die Lücke allerdings groß: Das fortschrittlichste in China produzierte DUV-System wird im Artikel als vergleichbar mit ASMLs Twinscan NXT:1950i beschrieben – einer Plattform, die ASML ursprünglich für 32-nm-Prozesse (2008) konzipiert hatte. Zwar soll in Shenzhen ein EUV-Prototyp fertiggestellt worden sein. Doch die kommerzielle Reife hängt laut Text maßgeblich an Yield-Problemen, deren Lösung ASML selbst über fast zwei Jahrzehnte beschäftigt hat – und an einer Lieferkette von über 5.000 Zulieferern plus jahrelangen Daten aus der Serienfertigung.
Parallel lenkt Chinas staatlich gestützter Big Fund III (rund 47,5 Mrd. US-Dollar für Halbleiter) frisches Kapital in Richtung Lithografie und EDA – als Ersatz für ASML- und Synopsys-Werkzeuge.
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Starke Basis aus 2025 – aber China-Anteil sinkt
Die China-Schlagzeilen treffen auf ein Unternehmen, das 2025 operativ stark unterwegs war: ASML meldete für 2025 einen Umsatz von 32,7 Mrd. Euro (+15,6%). Im vierten Quartal lagen die Nettoerlöse bei 9,7 Mrd. Euro, die Bruttomarge bei 52,2%, der Nettogewinn bei 2,8 Mrd. Euro. Auffällig: Die Nettoauftragseingänge in Q4 erreichten 13,2 Mrd. Euro, davon 7,4 Mrd. Euro aus EUV. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 38,8 Mrd. Euro.
Für 2026 stellt ASML 34 bis 39 Mrd. Euro Umsatz und eine Bruttomarge von 51% bis 53% in Aussicht. Gleichzeitig erwartet das Unternehmen, dass China 2026 rund 20% zum Umsatz beiträgt – weniger als in den Vorjahren, ausdrücklich im Kontext von Exportbeschränkungen. EUV gewinnt zudem weiter an Gewicht: 48% der Netto-Systemumsätze sollen laut Text aus EUV stammen.
Beim Kapitalrückfluss an Aktionäre plant ASML für 2025 eine Dividende von 7,50 Euro je Aktie (+17% gegenüber 2024).
Kurs, nächste Termine und der Blick nach vorn
Nach einem schwächeren Wochenverlauf notiert die Aktie heute bei 1.148,20 Euro (Tag: -2,76%, 7 Tage: -6,28%). Inhaltlich bleibt das Bild zweigeteilt: kurzfristig stützen volle Auftragsbücher, steigende EUV-Erwartungen und High-NA-Fortschritte; politisch wächst aber der Druck, weil China seine Ambitionen jetzt ungewöhnlich offen formuliert und gleichzeitig der Umsatzanteil des Landes unter Exportauflagen zurückgehen soll.
Der nächste konkrete Fixpunkt ist der 15. April 2026: Dann veröffentlicht ASML den nächsten Quartalsbericht.
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