Gestern feierten Anleger noch ein Allzeithoch, heute folgt der harte Aufprall. Die ASML-Aktie verliert fast sieben Prozent an Wert. Ein weltweiter Ausverkauf im Technologiesektor reißt den niederländischen Anlagenbauer mit in die Tiefe.

Am Montag erreichte der Kurs noch den Rekordwert von 1.710 Euro. Am Dienstag rutschte das Papier auf 1.575,20 Euro ab. Dennoch bleibt die langfristige Bilanz stark. Seit Jahresbeginn verzeichnet ASML einen Wertzuwachs von rund 59 Prozent.

Ausverkauf in Asien belastet

Der Kursrutsch bei ASML ist kein isoliertes Ereignis. Weltweit trennen sich Investoren von Halbleiter- und KI-Werten. Hohe Bewertungen und Sorgen um die Zinspolitik drücken auf die Stimmung. Besonders hart traf es den asiatischen Markt.

Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach um zehn Prozent ein. Große Chip-Produzenten wie SK Hynix und Samsung verloren sogar mehr als zwölf Prozent. Die Folge: Die Schwankungsbreite der ASML-Aktie schoss zuletzt auf über 56 Prozent hoch. Anleger hinterfragen aktuell die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz des aktuellen Preisdrucks halten große Finanzinstitute an ihrer positiven Einschätzung fest. Die Bank of America hob ihr Kursziel für ASML kürzlich auf 2.345 US-Dollar an. Die Experten bestätigten parallel ihre Kaufempfehlung.

Die Analysten erwarten prall gefüllte Auftragsbücher. Bereits im Juli 2026 könnte ASML seine komplette Kapazität für das Jahr 2027 verkauft haben. Treiber dieser Entwicklung bleibt die ungebrochene Nachfrage nach extremen Ultraviolett-Lithografie-Systemen (EUV). Diese Maschinen sind für die Produktion modernster KI-Chips unverzichtbar.

Geopolitik und Exportkontrollen

Abseits der Börse kämpft der Konzern mit geopolitischen Spannungen. ASML wies kürzlich Vorwürfe zurück, illegale EUV-Systeme nach China geliefert zu haben. Das Management betonte die logistische Unmöglichkeit eines solchen Schmuggels. Eine einzige Anlage wiegt rund 180 Tonnen und erfordert Dutzende Spezialcontainer.

China bleibt ein zentraler Markt für die Niederländer. Im Jahr 2025 stammte rund ein Drittel des Umsatzes aus der Volksrepublik. Dabei handelte es sich jedoch fast ausschließlich um ältere DUV-Anlagen.

Aktuell verhandeln niederländische Regierungsvertreter in Washington über den sogenannten „Match Act“. Dieses US-Gesetz könnte weitreichende extraterritoriale Exportbeschränkungen ermöglichen. Der Ausgang dieser Gespräche wird die künftigen Handelsbeziehungen von ASML mit China direkt definieren.